Home-Schooling + Arbeiten + Kleinkind: In 7 Schritten!

Für arbeitende Eltern und Schulkinder sind Corona-Ferien keine Ferien. Stattdessen wird das Wohnzimmer zum Klassenzimmer, der Esstisch zum Schülerpult und Eltern zu Lehrern und Lehrerinnen, die ihren Kindern im Home-Schooling seitenweise Unterrichtsstoff vermitteln sollen. Gleichzeitig müssen die meisten Eltern auch – im Home-Office oder auf ihrer Arbeitsstelle – weiterhin Geld verdienen. Die Nicht-Corona-Ferien bedeuten für viele Eltern ein ständiges Jonglieren zwischen Arbeit, Home-Office, Home-Schooling und Kinderbespaßung.

Auch ich bin eine arbeitende Mutter: Auf meiner Webseite www.windelwissen.de geht es um Stoffwindeln, Teilzeit-Windelfrei und Zero-Waste. Im Blog finden Eltern ausführliche Informationen und Anleitungen für diese Themen und in meinem Shop verkaufe ich meine liebsten Produkte.

Durch die Nicht-Corona-Ferien bin ich von einer selbstständigen Home-Office-Mutter zu einer Home-Office-Home-Schooling-Mutter für meinen Großen (7) mutiert. Ganz nebenbei ist natürlich auch mein Kleiner (2) jetzt rund um die Uhr zu Hause, weil Tagesmütter nicht weiterarbeiten dürfen. Ich weiß deshalb aus eigener Erfahrung, dass die Corona-Ferien in vielen Familien den Alltag völlig auf den Kopf stellen.

In meinem ersten Blogbeitrag zu den Corona-Ferien habe ich Ideen aufgelistet, trotz fehlender professioneller Kinderbetreuung weiterarbeiten zu können, einige davon nehmen die Hilfe von anderen Menschen in Anspruch nehmen. Aber wie kann Corona-Home-Schooling, weiter arbeiten und Kleinkind betreuen ohne Babysitter und Eltern-Kooperationen funktionieren?

Ich habe mir schon vor der Corona-Pandemie folgende Fragen gestellt:

  • Wie kann ich es schaffen, konzentriert im Home-Office zu arbeiten, obwohl die Kinder zu Hause sind?
  • Wann finde ich Zeit für Home-Schooling und Home-Kindergarten?
  • Wann soll ich putzen, kochen und aufräumen?

Um mir klar zu werden, wie ich die nächsten Wochen gestalten kann, habe ich viele Tipps und Strategien aus dem Internet und aus Büchern, wieder aus meinem Gedächtnis gekramt. Vielleicht helfen sie auch deiner Familie weiter?

Schritt 1: Setze Prioritäten und lege Rollen ab

Das Wichtigste am Anfang: Ein Patentrezept, um von heute auf morgen plötzlich ganz viel Zeit und nur gute Laune zu haben, kenne ich leider nicht. Auch ich probiere immer wieder neue Strategien aus, um meiner Familie und mir ein bisschen Stress zu nehmen und trotzdem möglichst vielen Aufgaben gerecht zu werden. Das gelingt mir mal besser und schlechter – und wahrscheinlich werde ich auch am Ende der Corona-Ferien noch auf der Suche nach der optimalen Alltagsorganisation sein. 🙂

Der erste Schritt für einen etwas entspannteren Alltag ist nach meiner Erfahrung aber, das Streben nach Perfektion aufzugeben und sich bewusst zu machen, wie viel jeder und jede von uns eigentlich täglich leistet.

Lass uns einmal zählen, wie viele neue oder größere Jobs wir alle unter der Woche haben:

  1. Arbeitnehmer_in: Plötzlich arbeitest du im Home-Office!
  2. Erzieher_in (Kita und Hort): Vor und nach der Schulzeit muss dein Grundschulkind betreut werden, während der Schulzeit möchte auch dein Kleinkind bespaßt werden. Außerdem hängen jetzt deine Kinder den ganzen Tag aneinander und es gibt mehr Streit als sonst zu schlichten.
  3. Lehrer_in: Du musst dein Kind motivieren, seine Aufgaben zu erledigen, Fragen beantworten und ihm neue Lerninhalte vermitteln. 
  4. Putzhilfe: Die Kinder spielen, essen und basteln jetzt den ganzen Tag und nicht nur einige Stunden lang zu Hause. Du bist deshalb vermehrt damit beschäftigt, aufzuräumen und die Wohnung sauber zu halten.
  5. Köch_in: Die Verpflegung in Kita, Hort und Kantine fallen weg.
  6. Journalist_in: Wie läuft die Corona-Krise? Gibt es Neuigkeiten? Gibt es neue Tragödien?

Dazu kommen noch drei andere wichtige Jobs:

  1. Mutter/Vater: Deine Kinder brauchen starke, fröhliche Erwachsene an ihrer Seite, mit denen sie auch weiterhin eine schöne Zeit haben können. Keine gestressten Nervenbündel!
  2. Lebenspartner_in: Durch Home-Office und Home-Schooling ist dein Partner plötzlich fast immer direkt in deiner Nähe. Das kann eine Stütze sein, der fehlende Freiraum kann aber auch Nerven kosten und macht es nötig, sich im Alltag immer wieder neu gemeinsam abzustimmen und Kompromisse zu suchen. 
  3. Mensch: Das Säugetier namens Mensch sollte 3 Mahlzeiten, Bewegung und 8 Stunden Schlaf pro Tag einplanen, um gesund zu bleiben.

Ein Tag hat 24 Stunden und eine Woche sogar 168 Stunden. Das ist theoretisch eine ganze Menge, in der viel geschafft werden kann. Aber wie die meisten Eltern kenne auch ich das Gefühl allzu gut, vor einem riesigen Berg an Arbeit zu sitzen und dafür viel zu wenig Zeit zu haben. Je überforderter wir uns fühlen, desto wichtiger ist es, Aufgaben zu priorisieren, um nicht an den Nicht-Corona-Ferien zu zerbrechen.

Wichtige Fragen:

  • Kannst du irgendwelche dieser Jobs abgeben oder reduzieren?
  • Können vielleicht größere Kinder oder Erwachsene aus dem gleichen Haushalt einen Teil übernehmen?
  • Kannst du dir virtuell helfen lassen?

Schritt 2: Weniger Corona-Internet!

Den ersten Job, den ich persönlich „gekündigt“ habe, ist die der Corona-Berichterstatterin. Eine extreme Verkleinerung meines Social-Media- und News-Update-Konsums hat mein Gehirn und meine Nerven so sehr entlastet!

Meine Lieblingsmenschen und ich tun bereits alles, was in unserer Macht steht, um das Virus nicht zu bekommen und nicht weiterzugeben:

  • Wir treffen keine Freunde und keine anderen Familien.
  • Beim Spazierengehen halten wir großen Abstand von allen Menschen.
  • Beim Einkaufen tragen wir Handschuhe und desinfiziere, wenn nötig.
  • Wir waschen sehr oft und sehr gründlich unsere Hände! Wenn das nicht möglich ist, benutzen wir Desinfektionsmittel.
  • Wir versuchen unterwegs nicht in unser Gesicht zu fassen.

Twitter, Facebook und Co. leisten für uns derzeit wenig neuen Informationsgehalt. Können dafür aber Stress und Angst auslösen!

Ich habe mir von 7:00 bis 19:00 ein Corona-News-Verbot auferlegt. Nachdem die Kinder schlafen, kann ich mich über die wichtigsten Entwicklungen informieren. Danach habe ich noch Zeit zum Runterkommen bis ich schlafen gehe.

DIY Feuchtpapier

Stelle schnell und einfach waschbares Feuchtpapier bzw. wiederverwendbare Feuchttücher her.

Für einen Happy Bottom! 🙂

Schritt 3: Weniger Freizeit 🙁

Kannst du deine Freizeit einschränken, um konzentriert für deinen Arbeitgeber oder deine Selbstständigkeit zu arbeiten, während dein Baby oder dein Kleinkind schläft? Weniger Zeit für Netflix und  Co. zu haben, wenn du etwas wirklich Wichtiges ganz in Ruhe fertig durchdenken möchtest, ist zwar schade, aber die nervliche Entlastung durch 100% Stille kann es wert sein.

So mache ich es:

  • Ich arbeite jeden Tag während der Mittagsruhe: Der Kleine schläft, der Große spielt Lego.
  • Abends bin ich oft noch einmal eine oder eineinhalb Stunden am PC, während die Kinder im Bett liegen. Der Rest des Abends gehört meinem Lebenspartner und mir: Backen, Film schauen, kuscheln, reden.
  • Ich hatte auch schon Phasen, wo ich zeitig ins Bett gegangen bin, um zeitig aufzustehen und morgens zu arbeiten.
  • Manchmal setze ich mich noch einmal an den PC während mein Partner und die Kinder frühstücken oder zu Abend essen.
  • An Tagen, an denen Papa frei hat (Sonderurlaub, Feiertage, Wochenende) arbeite ich noch einige Stunden länger, während der Rest der Familie den Haushalt schmeißt, Turnübungen macht oder Fahrrad fährt.

Schritt 4: Reduziere deine Arbeit als Home-Schooling-Lehrer

Für fast alle Lehrer und Lehrerinnen ist es neu, plötzlich Lernmaterialien und Arbeitsaufträge für den Hausunterricht zusammenzustellen. Das ist auch für sie eine echte Herausforderung!

Manche Lehrer geben nur Wiederholungsaufgaben über schon gelernte Themen. Andere lassen Kinder und Eltern neue Themen erarbeiten. Auch mein Sohn hat die Aufgabe neue Buchstaben zu lernen und einen neuen Zahlenbereich kennenzulernen.

Du bist eine arbeitende Mutter, ein arbeitender Vater? Neben dem Home-Schooling wollen auch die kleineren Geschwister bespaßt werden? Es muss geputzt und gekocht werden? Ihr habt keinen freien Laptop, keinen Drucker, kein Druckerpapier? Die Hausaufgaben sorgen sowieso regelmäßig für Streit mit deinem Kind und Lehrer war noch nie dein Traumberuf?

Die meisten Lehrer sind ja keine Unmenschen. Erkläre deine Zeitnot und die Gründe, warum Home-Schooling in eurer Familie zu großen Problemen führt. Bitte die zuständigen Lehrer deshalb, dir die allerwichtigsten Aufgaben für dein Kind zu nennen. Bestimmt findet sich ein Kompromiss, der die Arbeitslast für euch erträglich macht und bei dem dein Kind trotzdem nicht nach den „Ferien“ abgehängt ist oder schlechte Noten bekommt.

Wenn alle Stricke reißen, kannst du auch mit der Elternvertretung und der Schulleitung sprechen. Die Schule zeigt kein Entgegenkommen? In letzter Instanz ist das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport deines Bundeslandes zuständig.

So reduziere ich selbst meine Arbeit als Corona-Home-Schooling-Lehrerin:

  1. Mit den Lehrern reden: Ich habe der Lehrerin meines Sohnes unser Problem geschildert. Daraufhin hat sie mir erklärt, auf welche Lerninhalte es wirklich ankommt und dass dafür nicht alle Arbeitsblätter bearbeitet werden müssen.
  2. Es ist kein Muss: Ich habe herausgefunden, dass das zuhause lernen in Baden-Württemberg eine Empfehlung aber prinzipiell freiwillig ist. In den FAQs des Bildungsministeriums steht: „Da die Voraussetzungen für das heimische Lernen sehr unterschiedlich sind, wird von der Schule , auch nach Unterrichtsbeginn nicht überprüft und benotet, welches Wissen und welche Kompetenzen sich die Schülerinnen und Schüler während der unterrichtsfreien Zeit selbst erarbeitet haben.“ Seit dem bin ich zehn mal entspannter. Wie sieht es in deinem Bundesland aus?
  3. Die Familie hilft: Meine Sohn ruft morgens oder in der Mittagszeit seine Oma per Videochat auf dem Handy an, um ihr vorzulesen und sich vorlesen zu lassen. In dieser Zeit räume ich gemeinsam mit dem Kleinkind die Wohnung auf. Da nicht alle in der privilegierten Situation sind, dass Freunde und Familie Zeit haben und per Videochat einspringen, bietet es sich auch an, auf Facebook in Gruppen für Lehramtsstudierende nachzufragen. Vielleicht findet ihr dort jemanden, der euch helfen möchte?
  4. Lernen mit digitalen Medien: Rechnen, Lesen, Schreiben und Sachkunde übt mein Sohn mit der kostenlosen Anton-App auf dem Tablet. Es gibt aber noch viel mehr Auswahl:
  5. Selbst-Motivation: Am Morgen lege ich eine To-Do-Liste fest, die er abarbeiten soll, um im Laufe des Tages 20 Minuten Fernsehen zu schauen. Nach einer Aufgabe oder einem Arbeitsblatt darf mein Sohn 5 Minuten mit der kostenlosen Anton-App lernen, wenn er schnell gearbeitet hat 15 Minuten, denn jeden Tag stehen 3 Anton-Münzen als To-Do-Punkt auf der Liste. Die digitalen Medien sind dann für mich nicht nur ein Babysitterersatz, in der ich besonders ruhig arbeiten kann, sondern motivieren ihn, seine Aufgaben selbstständig und ordentlich abzuarbeiten. Das klappt von Woche zu Woche besser! (Wir haben wegen einer starken Erkältung, die zum Glück wieder abgeklungen ist, zwei Wochen Vorsprung bei der Corona-Quarantäne.) Wenn er nichts machen möchte, dann ist das okay. Im Laufe der Mittagszeit wird ihm aber meistens so langweilig, dass er schnell seine Aufgaben erledigt. Mittlerweile bekommt auch der Kleine drei oder vier Puzzle, die er fertig stellen muss, bevor er 15 Minuten Fernsehen schauen darf. Das beschäftigt ihn oft den ganzen Morgen.

Schritt 5: Deine Erbwerbsarbeitslast in den Corona-Ferien verkleinern

Eine 40-Stunden-Woche und Home-Schooling in eine Woche zu packen, ist wirklich schwierig! Nicht alle haben einen so entspannten Arbeitgeber wie hier: 

Aber vielleicht ist dein Arbeitgeber offen für flexiblere Arbeitszeiten oder andere Modelle? In meinem ersten Blog-Artikel über die Corona-Ferien habe ich schon einmal verschiedene Ideen aufgelistet, wie du trotz fehlender Kinderbetreuung weiterarbeiten kannst.

Schritt 6: Täglich weniger arbeiten und lernen

Keine normalen Schulzeiten: 30 und mehr Schüler in einer Klasse sind keine Seltenheit. Darum müssen Lehrer immer wieder auf Störungen Einzelner reagieren. Auch gehen Lehrer im Optimalfall individuell auf starke und schwächere Schüler und Schülerinnen ein. All das kostet Zeit. Im Einzelunterricht zu Hause brauchen Kinder deshalb in der Regel deutlich weniger Zeit, um sich den gleichen Unterrichtsstoff anzueignen. Statt z. B. 32 Stunden pro Woche in der Schule abzusitzen, kann dein Kind im Optimalfall das Arbeitspensum zu Hause vielleicht in 20 Stunden bearbeiten.

Dabei müsst ihr euch nicht auf Montag bis Freitag beschränken, sondern könnt die Stunden gleichmäßig verteilen. Da das soziale Leben auch am Wochenende brach liegt, könnt ihr in den Nicht-Corona-Ferien sowieso nur wenige Unternehmungen machen. Warum also nicht auch am Wochenende lernen? In unserem Beispiel müssten sich deine Kinder von Montag bis Sonntag ca. 3 Stunden am Tag für Schulaufgaben Zeit nehmen.

Selbstständig arbeiten: Vielleicht können deine Kinder auch einen Teil der Aufgaben mit gemeinsamer Vorbereitung allein erledigen? Dann müsst ihr euch „nur“ noch 1,5 Stunden am Tag für gemeinsames Lernen Zeit nehmen.

Aufgaben auf die Ferien verteilen: Entspannung bringen vielleicht auch die Osterferien. Hausaufgaben über die echten Ferien aufzugeben, ist in den meisten Bundesländern verboten. Da die Schulaufgaben meines Sohnes nicht digital versendet werden, sondern erst angeschaut werden, wenn die Schule wieder beginnt, können wir die Arbeitsaufträge glücklicherweise ausdehnen und so das tägliche Pensum weiter reduzieren.

Arbeit auf 6 Tage verteilen: Wie für dein Kind gilt auch für deine Arbeit, dass du sie in Krisenzeiten vielleicht neu organisieren kannst. Ist es eine Option für dich und deinen Arbeitgeber, du während der Nicht-Corona-Ferien deine 40-Stunden-Woche auf 6 Tage verteilst und so jeden Tag „nur“ 6 Stunden und 40 Minuten arbeitest? Oder vielleicht sogar etwas weniger, weil du zu Hause deutlich effektiver arbeitest?

Indem du Überstunden abbaust und dir ein paar Tage Urlaub nimmst, gewinnst du zusätzlich Zeit zum Durchatmen! Weitere Tipps, trotz Corona-Krise weiterarbeiten zu können, habe ich in diesem Blogbeitrag aufgelistet.

Welche Möglichkeiten du auch nutzen kannst und willst, um das Arbeiten und Lernen im Alltag miteinander zu vereinen: Experten und Expertinnen sind sich einig, dass du deiner Familie auch in Ausnahmesituationen wie diesen Struktur, Regeln und einen festen Tagesablauf schenken solltest. Welt.de empfiehlt den Schultag in Halbstundenabschnitte zu gliedern.

Schritt 7: Den Haushalt effizienter erledigen

Eine gewisse Ordnung und Sauberkeit klingen so nebensächlich. Aber mir persönlich geht es so: Wenn in meiner Wohnung Chaos herrscht, dann breitet es sich auch in meinem Kopf aus und ich kann nicht mehr konzentriert arbeiten. Ohne nahrhafte Mahlzeiten kann ich mich schlecht konzentrieren und bin die ganze Zeit nur mit Naschen beschäftigt.

Ich koche wegen Home-Office und Home-Schooling so einfach wie möglich:

  1. Gemüsesuppen, die vor sich hin blubbern können
  2. Der Reiskocher wird mit (Vollkorn-)Reis oder Dinkel gefüllt und im Dampfeinsatz lege ich verschiedenes Tiefkühlgemüse. Dieses Gerät schaltet sich automatisch von Kochen in die Warmhaltefunktion und es brennt nichts mehr an. Dazu gibt es eine fertige Soße oder Aufstrich.
  3. One-Pot-Nudeln mit Kichererbsen oder Bohnen
  4. Aufwendigere Gerichte oder Saucen kocht der Papa!

Andere Möglichkeiten sind für mehrere Tage vorzukochen (food prep) oder sich ab und an Essen liefern zu lassen.

Gibt es tägliche Routinen, die deinem Partner und dir helfen, dem Chaos gar nicht erst die Tür zu öffnen? Unsere Strategien sind folgende:

  1. In 19 von 20 Fällen mache ich nach dem Essen sofort den Küchentisch sauber. Er ist zurzeit das Zentrum unseres Lebens (Essen, Lernen, Spielen, Arbeiten), dessen Sauberkeit auf andere Zimmer abstrahlt. Es ist eine sehr starke Gewohnheit geworden und läuft fast automatisch ab.
  2. Am meisten Spaß macht mir die leidige Hausarbeit, wenn ich ab und an ein Youtube-Video darüber anschaue. Ich weiß auch nicht, aber danach habe ich ein paar Tricks gelernt und fühle mich so schrecklich motiviert!
  3. Kann das Spielzeug, das immer wieder zu viel Unordnung und Chaos führt, zeitweise z. B. auf einen hohen Schrank oder in den Keller geräumt werden? Meine Kinder müssen immer erst ihr Spielzeug ganz aufräumen, bevor sie eine neue Kiste mit Spielzeug, das sie selbst nicht erreichen können, von mir bekommen. (Auch bei der Ordnung im Kinderzimmer stehen mir Youtube oder Aufräum-Netflix-Serien mit Tipps und Tricks zur Seite.)
  4. Manchmal können Chaos-Aktivitäten (Basteln, Malen, viele Spielsachen auf Einmal) die ganze Aufmerksamkeit deines Kindes fordern, sodass du mehr Zeit zum Arbeiten hast. Zwar kosten Aufräumen und Putzen danach wieder einiges an Zeit, aber vielleicht geht die Rechnung bei euch ja trotzdem auf?

Außerdem kann es am Anfang ein paar Nerven kosten, aber langfristig hilfreich sein, wenn du Hauswirtschaft in euren Lernplan mit aufnimmst und deine Kinder mithelfen. Erwarte aber ja keine Perfektion! Das hat mein Siebenjähriger in den letzten Corantäne-Wochen neu gelernt:

  • morgens dem kleinen Bruder beim Umziehen helfen und mit ihm spielen
  • saugen
  • Müsli machen
  • Kartoffeln schälen
  • Suppe kochen
  • Brötchen aufbacken
  • Geschirr aus dem Geschirrspüler ausräumen

In unserer Familie haben die Nicht-Corona-Ferien trotz aller Einschränkungen und Probleme also immerhin in einem Bereich Früchte getragen. 🙂

Zero Waste Haushalt

Waschbare, wiederverwendbare Produkte?

Weniger Müll, weniger ausverkauft, weniger oft in die Drogerie. 🙂

0 Kommentare zu „Home-Schooling + Arbeiten + Kleinkind: In 7 Schritten!“

  1. Hallo,
    was für ein wunderbarer Beitrag. Bei den ganzen Rollen ist mir erst einmal bewusst geworden, was man so den ganzen Tag leistet. Wahnsinn.
    Danke für diese tolle Übersicht und deine Tipps.

    Grüße
    Rita

    PS: Ich mag deinen Schreibstil ganz arg! Mach weiter so.

  2. Liebe Julia, wenn ich solche Artikel lese, werde ich fast ein bisschen neidisch auf die Mütter, die Arbeit (bzw. Homeoffice) und Kinder und Haushalt unter einen Hut bringen. Ich würde das nicht schaffen.
    Mein Mann ist selbständiger Installateur- und Heizungsbauermeister (ohne Angestellte), der auch zur Zeit gut zu tun hat (keine Corona-Ferien, was auch heißt, dass er als Unterstützung für die zusätzliche Arbeit wegfällt – Hausaufgaben, Kinder und Haushalt fallen sowieso zum größten Teil in mein Resort).
    Ich bin Vollzeitmama seit 16 Jahren (ohne bezahlten Job, d.h. als “richtige Arbeit” erledige ich nur die Buchhaltung meines Mannes inkl. Steuererklärung etc.) Aber da sind ja noch die Kinder, 7 an der Zahl, davon 5 Schulkinder, die jetzt zuhause sind. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile. Vorteil 1: kein Mangel an Spielkameraden Vorteil 2 : unsere Achtklässlerin hilft dem Sechstklässler bei der PowerPoint-Präsentation (weil ich davon keine Ahnung habe) Vorteil 3: ich lerne eine Menge dazu (z.B. wie man schriftlich große Zahlen multipliziert, die Industriegebiete in USA, Englisch, wörtliche Rede, …) Vorteil 4: der Wecker klingelt erst 6:30 (sonst 5:30)
    Da unsere Kinder nur das letzte Kindergartenjahr besuchen, habe ich also auch normalerweise zwei Kinder zuhause. Das ist mit der Kleinen (16 Monate) jetzt etwas stressiger, da ich den drei jüngeren Schulkindern (1., 4., 6. Klasse) manchmal helfen muss. Da kommt die Kleine mittags öfters in Tragetuch auf den Rücken, damit ich Essen machen kann und nebenbei noch 1-2 Schulkinder am Küchentisch betreuen kann. Mittags sitzen dann 11 Leute am Mittagstisch, denn Opa und Oma wohnen im selben Haus und wir essen mittags immer zusammen. Ein Problem war zwischendurch die technische Ausstattung, da wir nur einen Familienlaptop besitzen sowie 2 ältere Tablets. Da reichte bis jetzt, aber wenn jetzt jeder mal ein Youtube-Video schauen musste bzw. eine PowerPoint vorbereiten, war eine gute Absprache notwendig. Wir haben uns gegen einen weiteren PC entschieden und uns noch eine Fritzbox zur Erweiterung des Heimnetztwerkes zugelegt, damit unsere großen Töchter (8. + 10. (Abschluss) Klasse) endlich Wlan in ihren Zimmern haben und sich dort benötigte Informationen via Handy bzw. Tablet suchen können.
    Ich merke immer wieder, wie verschieden doch die Familien sind. Mir fehlt fast nichts durch den Lockdown, da ich nur einen Termin (Sport) pro Woche für mich habe und sonst alles Kindertermine sind. Ich habe nicht soviele Kontakte (obwohl ich gern mehr hätte) und bei sozialen Netztwerken inkl. Whatsapp bin ich nicht angemeldet. Mein Handy hat sich in der ganzen Zeit nur gemeldet, als zu Beginn die Abstimmung über die Schulaufgaben bzw. deren Abholung nötig war oder wenn mir meine Große eine SMS schickt, was sie braucht, wenn ich einkaufen bin. Finanziell gibt es keine Einbußen, da mein Mann ja normal weiterarbeitet und ich sowieso nichts verdiene (mein Einkommen ist das Kindergeld).
    Danke, liebe Julia, für dein ganzes Wissen, dass du mit uns teilst. (v.a. zu Stoffies). Ich habe erst bei Kind 6 so richtig damit angefangen. Die Kleine wird zur zeit mal mit WWW, mal mit Stoffies gewickelt, je nach Familienlage und je nachdem, wer gerade die Windel wechseln muss.
    Liebe Grüße von
    Annegret

    1. Hallo Annegret,

      danke fürs Teilen deiner Erfahrungen. Wie wundervoll, dass ihr sieben Kinder habt und trotzdem regelmäßig Stoffwindeln benutzt. Ihr habt ja bestimmt auch so schon viel Wäsche. 😉

      Bei uns zieht bald Kind #3 ein. Mal schauen wie es dann wird mit dem Weiterarbeiten ohne Babysitter, Kita und Schule. Ich werde berichten.

      Liebe Grüße
      Julia

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top

Weltfrauentag! Nur noch heute 15% Rabatt auf alle Mama-Produkte!