Erfahrungsbericht Hausgeburt und Hypnobirthing

Erfahrungsbericht Hausgeburt Hypnobirthing

In diesem Bericht spreche ich über meine zwei Geburten: Meine erste Geburt war fremdbestimmt, im Krankenhaus und endete mit einem Notkaiserschnitt, die zweite Geburt war von mir bestimmt, ohne äußere Eingriffe, ohne Interventionen und wurde eine wunderschöne Hausgeburt in einer Geburtswanne.

Am Ende des Artikels kannst du meine 7 wertvollsten Tipps lesen, egal ob du eine Hausgeburt oder eine Krankenhausgeburt planst.

Meine Vorbereitung auf meine erste Geburt

Als ich mit meinem ersten Kind schwanger war, habe ich einen „normalen“ Geburtsvorbereitungskurs besucht. Großer Fehler!

Die Hebammen, die den Kurs geleitet haben, haben mit uns Schwangeren und unseren Partner oft über „die Schmerzen“ und das Krankenhaus gesprochen. Das hat mich glauben lassen, dass Frauen immer ins Krankenhaus gehen für eine Geburten und dass die Schmerzen bei der Geburt etwas sind, dem man auszuweichen versucht.

Bei jeder routinemäßigen Kontrolle war ich beim Frauenarzt: Ultraschall, Blutdruck, Gewicht und die Herztöne über das CTG. Ich habe alles checken lassen.

Ich habe das gemacht, wie man sich eben „normalerweise“ auf eine Geburt vorbereitet und so wie es alle machen?

Im Nachhinein würde ich meine innere und äußere Vorbereitung auf die Geburt als sehr „fremdbestimmt“ beschreiben. Denn ich habe meinen Zustand ganz allein vom Arzt feststellen lassen und habe mich sehr wenig auf mein Gefühl verlassen. Ich hatte gar kein richtiges Gefühl für mich und das Baby und war sehr unsicher.

Erfahrungsbericht: Geburt mit Notkaiserschnitt

Meine erste Geburt würde ich als sehr beschwerlich beschreiben. Ich hatte 24 Stunden bevor die Wehen anfingen einem Fruchtblasenriss. Kräftige Wehen setzten erst über 24 Stunden nach dem Blasenriss ein.

Im Krankenhaus angekommen, sollte ich mich rückwärts auf einen Gebärstuhl setzt und hing die ganze Zeit am CTG, was für mich sehr unangenehm war. Angenehm war es für mich nur aufrecht zu stehen oder zu sitzen. Auf dem Rücken hatte ich starke Schmerzen, das CTG hat mich zusätzlich in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

Hätte ich mich vorher mit den alternativen für eine Geburt auseinandergesetzt, hätte ich gewusst, dass ich das nicht machen muss. Es gibt nämlich tatsächlich Alternativen für unbequeme Positionen und durchgehendes CTG!

Mir war das aber nicht klar und ich habe die Hebamme bestimmen lassen.

Ich hatte eine furchtbare Hebamme.

Nach meinem heutigen Wissensstand hätte ich sie mich nicht behandeln lassen und ich hätte meinen Mann gebeten eine andere Hebamme einzufordern. Das habe ich damals aber nicht gewusst und habe mich nicht getraut, etwas zu ihr zu sagen.

Notkaiserschnitt

Nach 12 Stunden im Krankenhaus setzte bei mir hohes Fieber ein. Zwei oder drei PDAs wurden gestochen, weil eine Assistenzärztin mir die PDAs nicht richtig gelegt hatte.

Es war eine Tortur. Es ging wirklich fast alles schief, was schief gehen konnte.

Noch eine Stunde später hatte ich dann einen Kaiserschnitt. Und mein Sohn kam zur Welt.

Ich habe mich zwei Tage lang wegen der vielen PDAs und dem Kaiserschnitt, der ja eine echte und keine kleine Operation ist, ganz schrecklich gefühlt als hätte mich ein LKW überfahren.

Ich möchte dir mit meiner Geschichte auf keinen Fall vor einer Krankenhausgeburt Angst machen!

Ich möchte dich lediglich an meiner Geschichte teilhaben lassen. Ich wünsche mir, dass Frauen auch im Krankenhaus selbstbestimmt gebären können!

  • Für mich hätte es viel verändert zu wissen, dass man einer Hebamme auch widersprechen darf und sie bei völliger Antipathie auch den Dienst tauschen lassen kann.
  • Außerdem kann man auch im Krankenhaus bei der Anmeldung sagen, was man möchte und was nicht, und welche Behandlungsmethoden man bevorzugt. Schreibe einen Geburtsplan und spreche ihn bei deiner Krankenhausanmeldung mit der jeweiligen Hebamme durch.

Stillen trotz Kaiserschnitt

Nach dem Kaiserschnitt das Stillen zu beginnen war ein langer, schmerzhafter und anstrengender Prozess, der das Krankenhaus zu verschulden hat:

Ich habe im Krankenhaus nach der Geburt gepumpt und gestillt. Mein Sohn hat eine Flasche und einen Schnuller bekommen, ohne dass ich gefragt wurde. Ich wirkte scheinbar wirklich nicht sehr informiert 😉

Deswegen hat das Stillen so überhaupt nicht funktioniert!

Erst nach 4 Tagen kam eine ausgebildete Stillberaterin zu mir, die mit mir zusammen einen richtigen Plan gemacht hat: Wie oft ich stillen sollte, wie oft die Windel voll war, wann ich abpumpen sollte. Alles war darin vermerkt.

Das empfand ich als sehr hilfreich, denn vorher haben die vielen verschiedenen Meinungen im Krankenhaus von Kinderkrankenschwestern und Hebammen mich nur verwirrt.

Stilltreffen

Als ich zuhause war wurde ich intensiv von meiner Hebamme beraten und zusätzlich bin ich zum Stilltreff der AFS (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) in Karlsruhe gegangen. Eine Freundin von mir hatte mir begeistert davon erzählt.

Dort wurde ich dann mit all meinen Unsicherheiten und Ängsten sehr liebevoll aufgenommen, unterstützt und beraten. Ich habe gleichgesinnte Mütter getroffen und auch welche, die eine schwierige Geburt hatten.

Das Stillen war seit der tollen ehrenamtlichen Beratung und dem regelmäßigen Austausch dort kein Problem mehr.

In meiner späteren Ausbildung zur Stillberaterin habe ich gelernt: Wir Menschen sind Herdentiere und brauchen Vorbilder zum Stillen, auch für artgerechte Geburten, und die fehlten mir bis dahin völlig. Meine Mutter und meine Oma hatten nicht lange gestillt und ich kannte auch sonst niemanden, bei dem ich mir das Stillen vor und während meiner Schwangerschaft hätte abgucken können. Ich war überhaupt nicht damit vertraut.

Die Vorbereitung auf meine Traumgeburt

Die Vorbereitung für meine zweite Geburt war sehr intensiv!

Ich habe meinem Mann meine Idee für eine Hausgeburt vorgeschlagen, weil ich intuitiv wusste, dass das der richtige Weg für mich ist. Er war zuerst geschockt und völlig dagegen, weil unsere erste Geburt voller Interventionen und medizinischer Eingriffe war. Er dachte damals, dass es eine Gefahr für mich und unser Kind darstellt, zu Hause zu gebären.

Nach langer Darstellung meiner Sicht auf die Geburt im Krankenhaus, konnte ich ihn überreden, dass wir unser zweites Kind zu Hause auf die Welt bringen.

Wir fingen an eine Reihe von Vorkehrungen zu treffen:

  • Regelmäßige Treffen mit unserer Haus-Wassergeburts-Hebamme.
  • Eine geeignete Geburtstonne finden. Weil ich sehr groß bin, kam ein Geburtspool für mich nicht in Frage, da er viel zu niedrig ist.
  • Einen Schlauch für das frische Wasser und eine Pumpe für das Schmutzwasser kaufen.
  • Ein Wassergeburtskurs bei unserer Hebamme besuchen.
  • Ein Hypnobirthing Kurs für uns gemeinsam als mentale Vorbereitung besuchen.
  • Keinen normalen Geburtsvorbereitungskurs besuchen, da dort viel zu viel von Schmerzen und PDAs erzählt wird.
  • Kaum noch Arztbesuche. Ich war zwei Mal beim Arzt um Plazentalage und Geschlecht checken zu lassen, die restlichen Untersuchungen habe ich durch meine Hebamme durchführen lassen.
  • Bis dahin hatte ich mir auch einen anderen Arzt gesucht, bei dem ich das Wort „Hausgeburt“ laut aussprechen konnte, ohne dass ich mir Standpauken dazu anhören musste 😉
  • Ich habe mich von meinem Gefühl leiten lassen, meine Hebamme hat das unterstützt.

Der Hypnobirthing-Kurs

Eine Freundin hatte mir von ihrem Hypnobirthing Kurs erzählt und wie positiv ihre Geburten durch den Besuch des Kurses verliefen. Ich hatte das Gefühl, dass das genau das sei, was mein Freund und ich brauchten.

Sich positiv auf die Geburt einzustimmen, alte Muster und Denkblockaden aufzulösen, damit die schreckliche Krankenhausgeburt zu verarbeiten und hinter uns zu lassen, eine entspannte und zuversichtliche Grundstimmung für unsere zweite Geburt zu erschaffen und uns gemeinsam, mit Ruhe, Entspannung, beruhigender Musik und gedämmten Licht auf die Geburt zu Hause einzustimmen.

Was mich sehr begeisterte waren die Meditationen und die entspannte Atmosphäre. Wir hatten die Aufgabe diese täglich um uns zu erschaffen. Das hat uns als Paar noch mehr zusammenwachsen lassen und uns sehr gut auf die Geburt vorbereitet.

Es geht dabei überhaupt nicht mehr um den Schmerz bei der Geburt, sondern wir fokussierten uns darauf wie das Baby sanft herausgleitet.

Ganz nach dem Gesetz der Anziehung:

Wohin du deine Aufmerksamkeit lenkst, das wird dir geschehen.

Geburt ohne Interventionen

Zum Artikel

Meine zweite Geburt

Meine zweite Geburt fand zu Hause in ruhiger Atmosphäre statt. Sie war wie geplant entspannt, wenn auch sehr anstrengend, weil sie wie die erste Geburt auch mit 20 Stunden recht lang war. Die Geburt fand ohne CTG oder jegliche andere Interventionen von außen statt.

Ich konnte sitzen, liegen, stehen wie ich und nicht wie eine Hebamme es wollte. Meine Geburt habe ich in kraftvoller, schöner Erinnerung, auch wenn ich mich dunkel erinnern kann, dass ich es während dessen sehr langwierig und anstrengend fand. 🙂

Meine 7 besten Tipps für eine erfüllende Geburt

  1. Suche nur einen Raum auf, in dem du dich wohl fühlst. Lass es das Krankenhaus, ein Geburtshaus, den Wald, einen Pool oder dein Wohnzimmer sein, egal. Du musst dich entspannen können und dich sicher fühlen.
  2. Selbstbestimmt: Kein Arzt, keine Hebamme, keine andere Person bringt dein Kind zur Welt. Nur du weißt was richtig ist. Es ist dein Körper, du kennst ihn am besten. (Das war mir leider lange nicht klar!)
  3. Nur du bestimmst, was richtig, wichtig und gut ist.
  4. Meditation!
  5. Visualisiere deine für dich perfekte Geburt.
  6. Sei entspannt und suche Entspannung.
  7. Wenn du dich ernsthaft für eine selbstbestimmte Geburt interessierst, dann besuche Julias Webinar über Geburt ohne Interventionen. Dort kannst du mich dort noch einmal in einem Interview sehen 🙂

Ich hoffe ich konnte ein kleines bisschen weiterhelfen.

Viele liebe Grüße
Babette von www.babettgruen.de

P.S. Auf meinem Blog erkläre ich dir, wie du als Mama ein Vermögen aufbauen und für das Alter vorsorgen kannst. Lade dir mein kostenloses E-Book „11 Gründe, warum du als Mama niemals ein Vermögen aufbaust… und wie du das noch heute änderst!“ herunter.

1 Kommentar zu „Erfahrungsbericht Hausgeburt und Hypnobirthing“

  1. Kann ich so unterschreiben. Wir hatten im Okt 2016 eine wundervolle Wasser-Hausgeburt unseres 1. Kindes mit einer klasse Hebamme… ich würde nie anders gebären wollen. Ich bin so froh, bereits für die 1. Geburt das so angegangen zu sein.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top