Dein Kind hasst Windeln wechseln? Wie du es schaffst die Windeln wegzulassen – Ein Erfahrungsbericht

Kind hasst Windeln wechseln - Windel weglassen

Ärgerst du dich manchmal über deine Stoffwindeln? Vielleicht “sogar” über die Wegwerfwindeln, die ihr immer noch benutzt?

Gibt es ein Hürde, die einfach nicht verschwinden möchte? Im Dezember und Januar habe ich meine Newsletter-Abonnenten gefragt: “Was ist dein größtes Problem?”

Viele Mamas schrieben mir zurück. Ich beantwortete Fragen rund ums Stoffwindeln waschen, stinkende Stoffwindeln und den gab Empfehlungen fürs Stoffwindeln kaufen.

1. Sonjas Kind hasst Windelnwechseln

Eine Nachricht ging mir besonders zu Herzen. Sonja aus Wien schrieb mir:

Liebe Julia!

ich habe lange und viel überlegt, was mein größtes Stoffwindelproblem ist, beziehungsweise ob ich überhaupt welche habe.

Ich wickle mit Stoff seit wir vom Krankenhaus nach Hause gekommen sind. In diesen 16 Monaten gab es ab und zu mal Unsicherheiten. Nicht immer war alles perfekt.

Aber mein einziges Problem ist das Windel wechseln selbst. Mein Sohn hasst das Windeln wechseln einfach.

Umziehen im Stehen ist zwar mühsam, aber kein Theater. Nur, so kann ich ihm nicht abwischen und die Windel nicht ordentlich anlegen.

Ich habe alles so liebevoll eingerichtet.

Ich habe alles mögliche versucht, um ihn zu unterhalten.

Als er ein kleines Baby war, hat er nur hilflos gebrüllt. Je älter und kräftiger er wurde, umso mehr hat er sich gewehrt.

Jetzt schreit er wie am Spieß sobald er merkt, dass ich ihn hinlegen will. Jedes Windeln wechseln ist wie Wrestling.

Ich bin von meinen Stoffwindeln begeistert, empfehle sie allen, die zuhören wollen.

Ich liebe es, sie zu waschen, aufzuhängen und zusammen zu legen, darüber zu recherchieren und neue Muster zu entdecken.

Aber wenn ich sie benutzen darf, bin ich traurig, frustriert und enttäuscht.

Ich fürchte da kannst du mir nicht helfen…

Aber danke fürs Zuhören.

Ganz liebe Grüße aus Wien,

Sonja

2. Mein Sohn hasste auch das Windelnwechseln

Puh, das war eine harte E-Mail. Die Mama und der Kleine taten mir von Herzen Leid 🙁

Ich selbst musste wenige Monate vorher ähnliches erleben.

Noch eines musste ich wissen:

Hallo Sonja,

ich hätte da vielleicht einen guten Trick für dich.

Versteht du (einfaches) Englisch einigermaßen gut? 🙂

Viele Grüße,
Julia

Zum Glück war Sonjas Antwort positiv:

Ja, besser als Deutsch 😉

Ich bin gespannt!

3. Kämpfe rund ums Windelnwechseln müssen nicht sein

Mein “geheimer” Trick, der für mich und meinen Sohn die Welt veränderte:

Hallo Sonja,

das ist super 🙂

Also… ich erzähl mal.

Windeln wechseln hat meinem Sohn noch nie sonderlich Spaß gemacht, trotz liebevollem Einbeziehen, Spielzeug, Singen und co.

Je älter er wurde, desto mehr wurde wurde das Windeln wechseln zum Kampf.

Er wollte nie liegen bleiben. Beim im Sitzen oder im Stehen Windeln wechseln, wollte er nicht sitzen oder stehen bleiben.

Aus Verzweiflung habe ich ihn auch schon mal runtergedrückt. Er hat geschrien. Echt schrecklich. Das hat mir im Nachinein so leid getan 🙁

Als er 11 Monate alt war, habe ich mir das Buch “Go Diaper Free”* gekauft.

Das Buch gibt viele interessante, wertvolle Tipps zum Thema “Elimination Communication” (auf deutsch unpassender “Windelfrei”).

“Windelfrei” mit Back-Up haben wir also schon etwas länger gemacht und es hat auch ganz gut geklappt. Wir waren so 0 bis 3 Mal am Tag gemeinsam auf dem Klo.

Komplett von den Windeln weggeführt hat das Buch uns allerdings nicht.

Mein Sohn wollte keine neue Windel (Back-Up) am Po. Sobald sie am Po war, wollte er sie nicht mehr runterhaben.

Als mein Sohn 17 Monate und 27 Tage alt war, habe ich mir das Buch  “Oh Crap Potty Training”* gekauft, das mir von “Go Diaper Free” empfohlen wurde (Der Nachfolger von “Go Diaper Free” heißt übrigens “Tiny Potty Training Book”*. Es ist ähnlich wie “Oh Crap Potty Training”, nur kürzer und mit weniger Füllmaterial.)

Das Buch beschreibt eine sanfte, aber schnelle “Methode”, wie man die Windel wegbekommt (3 bis 7 Tage).

Es ist sehr an das sogenannte “Windelfrei” angelehnt, nur ohne die monatelange Übung mit Back-Up. “Oh Crap Potty Training” sagt, dass “Back-Up” und Übung auch überhaupt nicht notwendig sind, um die Windeln loszuwerden.

Mit 18 Monaten haben wir dann also wirklich die Windeln weggelassen. Ich war so aufgeregt!

Aber was soll ich sagen: Nach 7 Tagen hatten wir keine Unfälle mehr.

Die Kleinen können das einfach 🙂

Klar, ab und an, gerade wenn er krank war, hatten wir mal wieder eine nasse Hose. Aber eine Hose zu wechseln ist für meinen Sohn viel erträglicher als das gleiche mit Windeln (Außerdem: Windeln wechseln müssten wir 5 Mal am Tag machen. Da ist alle paar Wochen eine nasse Hose nichts dagegen.)

Gerade jetzt im Nachhinein finde ich es schrecklich, dass ich ihm die Windeln aufgezwungen habe.

Doof eigentlich.

Beim Töpfchen macht man sich so viele Gedanken, dass man es “nicht zu früh” machen darf, aber beim Windeln wechseln dürfen sie schreien?

Das Buch ist auf jedenfall sehr liebevoll und keines von der Art “Belohnen, Bestrafen, Schreien lassen”. Keine M&Ms und keine Sticker. Kein Meckern, kein Schimpfen. Kein Jubeln, kein Loben.

Das Buch glaubt einfach an die unglaublich großen Fähigkeiten von den Kindern. Und sie können es 🙂

Viele Grüße,
Julia

4. Die Eltern müssen bereit sein fürs Windeln weglassen 😉

Sonja nahm meine Antwort mit einem lachendem und einem weinenden Auge auf:

Liebe Julia,

danke, dass du dir die Mühe gegeben hast, dich mit meinem Problem zu beschäftigen, um mir zu antworten.

Eigentlich wollte ich gar nicht hören, dass das Trocken werden die Lösung ist. Ich habe nämlich noch Stoffis auf dem Postweg! (OMG) 🙂

Mein Sohn ist inzwischen 17 Monate alt und es gibt tatsächlich einige Anzeichen, dass er bereit wäre fürs Töpfchen.

Nur das Problem ist, die Mama ist es nicht 😀

Vielleicht wäre das Hineinlesen in das Thema hilfreich. Ich habe mir die Bücher bestellt.

Heute morgen hat er wieder mal gebrüllt beim Windel wechseln, da hab ich ihn gefragt, ob er Pipi machen möchte (Er hat das genau verstanden, weil es ihm gestern vor dem Baden auf den Boden gelaufen ist.)

Ich habe ihm das erste mal in seinem Leben das Töpfchen angeboten. Ich habe fast ein Herzschlag bekommen, als er tatsächlich was gemacht hat.

Gibt’s eine Fernbedienung, wo man auf Pause drücken kann, damit die Babys nicht so schnell größer werden?

Echt nicht? Hat noch niemand erfunden? Schade.

Ganz liebe Grüße
Sonja

Die gleichen Gefühle hatte ich auch:

Hallo Sonja,

weißt du was? 5 Tage bevor ich gesagt hab “Jetzt muss ich wirklich die Windel weglassen” habe ich 2 wuuuuuunderschöne gDiapers gekauft 🙁

Das war hart.

Zur Belohnung gab’s für mich ein paar süße Unterhöschen von Dawanda*. Die hab ich ihm nach 4 Wochen angezogen.

Wenn du die Windel wirklich weg lässt: Hast du Lust ein kleines Tagebuch zu führen und deine Gedanken aufzuschreiben? Es interessiert bestimmt auch andere Mamas wie es gelaufen ist bei dir 🙂

Wichtig zu wissen: Tag 2 und Tag 3 werden hart. Du willst schreien und weinen und aufhören und dann wird’s auf einmal besser 😉

Ich drück dir die Daumen und bin in Gedanken bei dir und deinem Sohn.

Liebe Grüße,
Julia

Sonja hat die Bücher in Windeseile gelesen:

Liebe Julia,

danke noch einmal für die Bücherempfehlungen.

Ich habe beide Bücher, “Oh Crap Potty Training” und “Go Diaper Free”, gelesen und finde sie echt toll und hilfreich.

Nun warte ich die zwei empfohlenen Wochen ab. Bis dann haben wir die Impfung und den aufregenden Besuch von Oma hinter uns und sind schon 18 Monate alt!

Ein weiterer Vorteil ist, dass ich so noch ein wenig Zeit habe mich von den geliebten Stoffis zu verabschieden.

Du hast mir extrem viel geholfen. Auch weil ich jetzt, wo ich ein Datum habe, weniger frustriert und enttäuscht bin beim Windel wechseln.

Herzlichen Dank für alles!

Ganz liebe Grüße
Sonja

5. Sonjas Erfahrungsbericht: Mit 18 Monaten die Windeln weglassen

Nach einigen Monaten kam dann der Bericht in meinem E-Mail-Postfach an.

Ich war sehr gespannt, wie es gelaufen ist:

Hallo Julia!

Ich möchte dir berichten, wie es uns gegangen ist mit dem Trocken werden. Ich bin dir unendlich dankbar für die Idee und die Bücher und weiß nicht, wie ich mich revanchieren kann.

Die Zweifel: Ist Windeln weglassen wirklich das Richtige?

Nachdem ich die Bücher gelesen habe, habe ich noch zwei Wochen von dem Thema “Tschüss Windel!” Abstand genommen.

Na ja, ehrlich gesagt, bekam ich leichte Panikattacken bei dem Gedanken, dass es bald los geht. Meine Einstellung war ungefähr so:

  • Das wird zu viel Arbeit für mich. Ich bin chronisch überfordert. Mehr schaff ich nicht.
  • Ich werde mich wie eine Versagerin fühlen, wenn er zum zehnten Mal in die Hose macht. Und die Kommentare will ich mir auch nicht anhören müssen.
  • Was mach ich unterwegs? Ich setze mein Baby ganz sicher niemals auf eine öffentliche Toilette. Und es ist Februar, also draußen ausziehen ist bei der Kälte auch keine Option.
  • Ich habe ein ganzes Vermögen in die Stoffwindeln investiert. Er muss sie mindestens zweieinhalb Jahre tragen, damit sich das auszahlt 😛

Anderseits war mir jeden Tag mehr und mehr klar, dass er wirklich bereit ist für diesen Schritt in die Selbstständigkeit. Und wieder fühlte ich mich schlecht, weil meine Aufgabe ist, ihn zu fördern und unterstützen (und nicht ihn in eine Windel zu zwängen).

Also listete ich die Dinge auf, die er schon gemeistert hat und das machte mich stolz und neugierig wie es weiter geht:

  • Er bringt Sachen zurück auf ihren Platz, die Tiere in die gelbe Hängetasche und die Bausteine in den grünen Box (auch wenn er gleich alles wieder ausräumt 🙂
  • Er versteckt sich oder geht in einen anderen Raum wenn er groß in die Windel macht.
  • Er klammert sich an meine Beine wenn die Windel voll ist. Das macht er sonst nie.
  • Wenn er nackt herumläuft und zufällig Pipi macht, schaut er verwundert hin, kann den Harnstrahl kurz unterbrechen und schaut zu mir mit “diesem Blick”.
  • Er ist unzufrieden wenn er etwas verschüttet und gibt nicht Ruhe bis es aufgewischt ist.
  • Er zieht sich alleine aus und versucht sich anzuziehen so weit er kann.
  • Er währt sich immer heftiger gegen das Windeln wechseln.

Die Vorarbeit: Die vorbereitete Umgebung

Am Abend vor dem ausgesuchten Tag an dem er genau 18 Monate alt geworden ist, musste ich nochmal die Zähne zusammen beißen um nicht aufzugeben.

Ich halte nicht viel von den Trainers, also habe ich keine besorgt.

Für den Mittagsschlaf und die Nacht lasse ich noch die Windel an. Also brauche ich vorerst keinen Matrazenschutz.

Für die ersten Tage habe ich vor, nicht nur die Windel sonder auch die Hose wegzulassen, damit wir beide schneller lernen, wann er muss. Dafür habe ich noch zwei Paar süße Babylegs besorgt, weil es für “unten ganz ohne” doch noch zu kalt ist.

Für die Zeit danach werde ich ihm nur die Hose anziehen – ohne Unterhose – um Rückfälle zu vermeiden, weil sich die Unterhose fast wie Stoffwindeln anfühlen. Dafür habe ich alle Hosen, die ich finden konnte, bereit gestellt, auch zu klein gewordene und zu große, insgesamt 10 Stück.

Ich wasche eh jeden Tag, aber werden 10 Hosen pro Tag reichen? Will ich es wirklich durchziehen?

Der erste Tage ohne Windel: Unten ohne

Mein Kleiner lässt mich netterweise länger schlafen, als ob er weiß, dass heute ein großer Tag ist und die Mama gute Nerven braucht. Er ist überglücklich als ich ihm die schwere Windel ausziehe und sage, dass er keine mehr braucht, weil er ein großer Bub ist und in das Töpfchen macht.

Versteht er was?

Er spielt  in seinem Zimmer. Er hat zwei Langarm-Shirts und keine Windel und keine Hose, nur Babylegs und Socken an. Ich sitze neben ihm und beobachte ihn (möglichst unauffällig).

Ich habe ein paar Mikrofaser-Putztücher bei der Hand und neben mir steht ein uraltes Töpfchen von Ikea.

Heute gibts keine Ablenkung, kein Handy, kein Besuch, kein Buch, keine Hausarbeit.

Irgendwann merke ich “diesen Blick”, er lässt ein paar Tropfen auf den Boden und ich setze ihn blitzschnell auf das Töpfchen.

Während er weiter Pipi macht, mache ich “ssssssssss” um seine Aufmerksamkeit auf das Pipi-Geräusch zu lenken. Danach helfe ich ihm beim Aufstehen.

Alles war zu schnell, er ist sehr skeptisch und weiß gar nicht was er davon halten soll.

Ich lache vor Erleichterung und zeige ihm fröhlich, was er gemacht hat. Er schmunzelt und geht weiter spielen.

Beim nächsten Mal das gleiche, nur diesmal springt er lachend vom Töpfchen auf und klatscht, weil er weiß, dass er etwas geschafft hat.

Bald ist der Vormittag vorbei und zum Schlafen lege ich ihm eine Windel an. Zum ersten Mal in seinem Leben lässt er das zu.

Ich bin schockiert.

Nach dem Schlaf freut er sich, dass die nasse Windel weg ist und spielt wieder nackt neben mir.

Wenn er in einen anderen Raum geht, gehe ich ihm nach.

Nach dem Pipi machen habe ich kurz Zeit, etwas zu erledigen ohne ständig die Augen auf ihm zu haben. Er muss ungefähr jede Stunde aufs Töpfchen – am Abend etwas öfter.

Das erste große Geschäft im Töpfchen

Normalerweise macht er alle drei Tage groß in die Windel und gerade heute ist es wieder Zeit.

Ich merke nichts, erst als er aufsteht und sein Geschäft sieht. Und das gefällt ihm gar nicht.

Er bekommt Angst, schüttelt den Kopf und läuft weg. Ist aber noch nicht fertig.

Der flüssige Muttermilchstuhl rinnt ihm die Babylegs hinunter und er schreit wie am Spieß.

Darauf war ich nicht vorbereitet.

Schließlich schaffe ich ihm zu beruhigen und wir gehen baden.

Ich hoffe in drei Tagen vergisst er diese schreckliche Erfahrung…

Sonst läuft es mit dem Pipi machen ganz gut. Die ersten Tropfen landen am Boden, er sucht meinen Blick, ich setze ihn schnell aufs Töpfchen, er lässt den Harn laufen, während ich “sssssss” mache und er steht selber auf und klatscht.

Der zweite Tag ohne Windel: Im Stehen pinkeln

Am nächsten Tag wieder das Gleiche, nur dass er sich meldet bevor er muss. Er hat ein neues Wort gelernt, das auf deutsch so viel wie Pipi heißt. So verstehen auch andere, dass er mal muss.

Nur zwei mal landen die ersten Tropfen auf dem Boden.

Ich bin soooo stolz auf ihn.

Nach dem Pipi machen gehen wir kurz raus und kommen wieder nach Hause bevor er muss.

Heute üben wir Pinkeln im Stehen. Ich halte ihm das Töpfchen vor und er findet es lustig. So geht es auch schneller.

Eigentlich sollte ich zufrieden sein, aber irgendwie bin ich sehr skeptisch über die ganze Geschichte: Es muss doch einen Haken geben, alles läuft viel zu perfekt.

Der dritte Tag ohne Windel: Die erste trockene Nacht

Am frühen Morgen des dritten Tages (noch im Bett), nachdem ich die Nacht quasi durchgestillt habe, höre ich ihn nach dem Töpfchen verlangen und bin gar nicht begeistert.

Ich will nur schlafen, mir ist alles andere egal.

(Er hat eh die Windel an.)

Irgendwie schaffe ich es, ihn wieder zum Schlafen zu bringen.

Als wir schließlich aufstehen, elf Stunden nachdem ich ihm die Nachtwindel angezogen habe, ist er komplett trocken.

Waaaaaas?

Das Töpfchen ist randvoll!

Bevor wir spazieren gehen, biete ich ihm das Töpfchen an und er macht tatsächlich. Wow!

Wir beobachten einen Hund beim Gassi-gehen, wie er jede Ecke markiert und finden das lustig.

Ich bleibe absichtlich länger draußen in der Hoffnung, dass er wieder muss und es wie der Wau-wau ohne das Töpfchen schafft.

Aber er hält zurück und wartet lieber bis wir zu Hause sind.

Heute macht er kein einziges mal auf den Boden und daher ist er schon bereit für den nächsten Schritt (wie die Autoren es in “Oh Crap Potty Training”* beschreibt): Die Hose. Ohne Unterhose, weil sie zu sehr an Windel erinnert.

Das klappt auch wunderbar.

Der vierte Tag ohne Windeln: Wieder Kacka

Der vierte Tag ist wieder der Kacka-Tag. Ich bin ganz nervös.

Wie wird es werden? Was kann ich tun, um möglichen Probleme vorzubeugen?

Keine Ahnung.

Irgendwann wird er zappelig, läuft wie verrückt hin und her ruft “Pipi”, will sich aber nicht hinsetzen.

Ich stille ihn und singe was vor, er beruhigt sich, setzt sich aufs Töpfchen und macht problemlos Kacka.

Er steht auf, sieht sein Geschäft und fängt an zu würgen, läuft weg und schnell wieder zurück, schaut noch ein mal hin und erbricht.

So ein Theater!

Tief durchatmen…

Ich bringe ihn schnell weg, lasse die anderen putzen, lenke ihn ab und die Sache ist wieder vergessen.

Ich überlege so einen Toilettentrainer zu besorgen. Vielleicht bekommt er keine Panik, wenn sein Geschäft direkt ins Klo landet und er es nichts sieht.

Die weiteren Tage

In den nächsten Tagen läuft alles perfekt.

Er trägt eine Hose, aber keine Unterhose.

Er sagt “Pipi” bevor er muss, manchmal sitzend, manchmal stehend.

Er geht aufs Töpfchen, wenn ich ihn vor dem Schlafen oder Spazieren gehen auffordere.

Er hat keine Unfälle, macht Kacka problemlos in die Toilette.

Und die Mittags- bzw. Nachtwindeln bleiben trocken.

Erst am siebten Tag schafft er es, im Stehen vor ein Gebüsch zu pinkeln.

Ja, es ist kalt draußen, aber ich brauche ihn nur ganz wenig ausziehen. Für die ein paar Sekunden wird er schon nicht erfrieren.

Seitdem hat er eine mächtige Waffe gegen das unendliche Sitzen im Kinderwagen. 😀

Die einzige  wenn ich sein “Pipi” ignoriere ist frühmorgens (Halb 5! Sorry, keine Chance 🙂 ). Die Nachtwindel bleibt trotzdem trocken, wenn er sie zur normalen Aufstehzeit auszieht.

Nach etwa zwei Wochen kaufe ich Unterhose und Matrazenschutz. Der Übergang verläuft problemlos.

So wunderbar habe ich es mir nicht vorgestellt! Von wegen 10 Hosen pro Tag: Er nässte höchstens 1 Hose in 10 Tagen!

Und es gibt keinen Hacken. So schnell und einfach hat er meine geliebten Stoffindeln vertschüsst 🙂

Anbei ein Bild von der letzten Stoffwindelwäsche. Wir sagen “Pa-pa” – Tschüss!

Liebe Grüße,
Sonja
Dein Kind hasst Windeln wechseln. Es ist ein Kampf?

Was für ein tolles Happy End! Und lustig 😀

Hallo Sonja,

daaaaanke für deine Geschichte!

Puh, ich musste aber loslachen, als die Stelle mit dem Übergeben kam. Unglaublich ^^

Hat sich das Problem gelöst? Wie ist es jetzt?

Liebe Grüße,
Julia

Die Antwort:

Hallo Julia,

die Idee mit dem Toilettenaufsatz (oder wie es schon heißt) hat super funktioniert.

Das Geschäft landet ins Klowasser und wird mit Papier bedekt, so sieht er nichts und hat kein Problem.

Er findet das Geräusch super, wenn Kaka ins Wasser plumpst. Nachher will er immer selber spülen und sagt fröhlich “Pa-pa Kaka”.

Er kann sehr gut unterscheiden, ob er groß oder klein muss und geht entsprechend zur Toilette oder ans Töpfchen.

Aber!

Letzte Woche, fast drei Monate nach dem Vorfall ist ihm zufällig ein wenig Kaka beim Pipi-machen ins Töpfchen geflutscht und als er das gesehen hat, hat er das zweite mal in seinem Leben gekotzt 😛

Ich habe noch nie erlebt oder gehört, dass sich jemand (und noch dazu so klein) von seinem Stuhl so sehr ekelt. 😀 🙂

Wenn mein Sohn schon richtig reden könnte, würde er bestimmt sagen “Mama, sag der Tante, die dir vorgeschlagen hat mich von den Windeln zu befreien, ein großes Dankeschön!”

Also danke nochmals von ganzem Herzen!

Ganz liebe Grüße
Sonja

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