So rettest du die Welt: weniger Müll im Alltag mit Baby

In unserem hektischen Alltag greifen wir gerne zu günstigen Wegwerfprodukten. Einwegartikel sind oft praktisch und landen schneller in der Mülltonne als wir „Plastiktüte“ sagen können. Also aus den Augen, aus dem Sinn? Und nach uns die Sintflut – im wahrsten Sinne des Wortes?

Gerade uns Eltern sollte deshalb bewusst sein, dass wir Verantwortung für unsere Erde und zukünftige Generationen tragen.

Unsere Kinder werden es uns danken, wenn wir sorgsam mit den Ressourcen unserer Erde umgehen. Dabei muss der Alltag nicht von heute auf morgen völlig auf den Kopf gestellt werden. Wir können nicht alles auf einmal ändern und nicht jede Familie kann zum Beispiel auf das Auto oder bei ihrem Baby konsequent auf Windeln verzichten.

Um das Leben mit Kind ein bisschen umweltfreundlicher zu gestalten, braucht es nicht viel. Viele umweltfreundliche Produkte sind mindestens genauso praktisch wie Wegwerfprodukte oder schonen den Geldbeutel. Probiert doch die ein oder andere hier vorgestellte Idee für weniger Müll einfach selbst aus!

Umweltschutz als Familie - Weniger Müll mit Baby

1) Wetbag statt Einwegbeutel

Plastikbeutel werden vor allem unterwegs gerne verwendet. Denn wer mag schon die benutzte Windel in eine Stofftasche legen, die nicht geruchs- und wasserdicht ist?

Dass es keine Plastiktüte braucht, um nasse Windeln oder Kleidung sicher zu verstauen, zeigen Wetbags. Diese „Nasstaschen“ wurden erfunden, um benutzte Stoffwindeln unterwegs wasser- und geruchsdicht verstauen zu können. Und das funktioniert tatsächlich: Mit einem Wetbag merkt niemand, dass du volle Windeln in deiner Wickeltasche hast. Diese Taschen gibt es in unterschiedlichen Größen und Varianten: Besonders schöne findest du hier.

Wetbag Nasstasche Stoffwindeln Bambino Mio

Wetbags können aber auch in vielen anderen Situationen verwendet werden:

  • Wenn du Wegwerfwindeln benutzt, sind Wetbags eine tolle Möglichkeit, die Windel geruchlos bis zum nächsten Mülleimer zu transportieren. So musst du die Windel nicht in einen kleinen, nach Aloe riechenden Beutel verpacken, der hinterher auf der Deponie gemeinsam mit der Windel verbrannt wird.
  • Auch fernab vom Windelnwechseln sind Wetbags sehr praktisch. Zum Beispiel kann man Shampoos und Duschgels immer in einen Wetbag legen, wenn man verreist. So ist sicher gestellt, dass im Urlaub angekommen keine böse Überraschung im Koffer wartet.
  • Um einen garantiert geruchsneutralen Koffer nach dem Urlaub zu gewährleisten, kannst du in einem großen Wetbag die Dreckwäsche sammeln.
  • Unsere Badesachen packen wir nach dem Schwimmen immer in einem Wetbag. Zwar sind nicht alle Wetbags für tropfnasse Sachen geeignet, der Bambino Mio Wetbag mit Clip allerdings schon.
  • Andersherum kannst du in einen Wetbag auch Sachen legen, die auf jeden Fall trocken bleiben sollen, wie zum Beispiel ein Buch, wenn du ins Schwimmbad gehst.
  • Auch Snacks und Getränke fühlen sich in Wetbags wohl.

2) Waschbare Wickelunterlage statt Wegwerf-Variante

Viele Wickeltaschen und auch einige Kinderwagen haben standardmäßig eine wiederverwendbare Wickelunterlage dabei. Allerdings bestehen sie meist aus einem steiferen Material, was das Waschen etwas schwieriger gestaltet.

Moderne waschbare Wickelunterlagen, die für die regelmäßige Verwendung entworfen wurden, bestehen wie die oben genannten Wetbags aus weichem Polyester mit einer Polyurethanbeschichtung. Dadurch sind auch sie wasserdicht. Um besonders kuschelig für dein Baby zu sein und damit die Unterlage unangenehme Überraschungen schnell aufnehmen kann, liegt darüber ein saugfähiger Stoff: ökologische Baumwolle, weiche Viskose oder saugstarke Mikrofaser.

Du kannst die Wickelunterlagen einfach zusammen mit euren Handtüchern oder der Babywäsche mitwaschen.

Waschbare Wickelunterlagen sind nicht nur beim Windelnwechseln, sondern auch in anderen Situationen sehr praktisch:

  • Lass dein Baby nackt auf einer Wickelunterlage strampeln, um der Haut frische Luft zu gönnen, deinem Kind mehr Bewegungsfreiheit zu ermöglichen oder um den Ausscheidungsrhythmus zu beobachten, falls du mit entspanntem Teilzeit-Windelfrei beginnen möchtest.
  • Wenn dein Kind älter ist und gerade trocken wird, kannst du die Wickelunterlage zum Beispiel als Schutz in den Autositz legen, um auch unterwegs gelassen auf die Windel verzichten zu können.
  • Hat es in den Buggy hineingenieselt und dein Kind will sich hineinsetzen, hält die Unterlage Beine, Popo und Rücken trocken.
  • Oder für dich selbst als Sitzunterlage, wenn der Boden, der Sand oder die Bank auf dem Spielplatz feucht ist.

Hier findest du meine liebsten modernen Wickelunterlagen.

3) Waschbare Schwimmwindeln statt Wegwerf-Windeln

Normale Wegwerf-Windeln eignen sich nicht für das Wasser, da sie sich sofort stark vollsaugen. Darum wählen viele Eltern für ihre Kinder Wegwerf-Schwimmwindeln – in dem Glauben, das sei die praktischste und sicherste Variante. Aber stimmt das?

Ob Stoff-Schwimmwindeln oder Wegwerf-Schwimmwindeln – beide Arten können einem (längeren) Urinieren nicht standhalten. Denn sie sind wasserdurchlässig und in erster Linie dafür gemacht, das große Geschäft abzuhalten. Im direkten Vergleich schneidet die Stoff-Schwimmwindel deshalb nicht nur aus Umweltgründen gut ab: Sie ist wesentlich leichter anzuziehen, sieht hübsch aus (auch ohne normale Badehose darüber 😉) und du kannst sie im Gegensatz zu Wegwerf-Produkten immer wieder benutzen. So macht Umweltschutz Spaß, oder?

Smart Bottoms Schwimmwindel

4) Wiederverwendbare Waschlappen statt Feuchttüchern

Feuchttücher gehören seit ein paar Jahren zur Grundausstattung von Familien mit Babys und Kleinkindern. Aber sind sie wirklich nötig? Ein mit Wasser angefeuchteter Waschlappen reinigt in der Regel vollständig, sanft und ist außerdem frei von Chemikalien. Nach dem großen Geschäft kannst du auch erst mal mit Toilettenpapier das meiste abwischen und anschließend mit einem feuchten Waschlappen den Babypopo reinigen.

Noch nicht überzeugt? Wenn du weiterhin Feuchttücher für das große Geschäft benutzen willst, magst du vielleicht bei allen anderen Anlässen, für das Gesicht und die Hände einfach zum Waschlappen greifen. Auch so sparst du ein bisschen Müll ein.

Und unterwegs? Zum Transport des feuchten Waschlappens bietet sich ein Wetbag an – oder auch einfach eine Brotdose. Es muss jedenfalls kein Müllbeutel sein. 😊

5) Stoffwindeln anstatt 100% Wegwerfwindeln

Waschbare Stoffwindeln haben viele Vorteile. Zu den wichtigsten gehören, dass sie nicht unsere Mülltonnen verstopfen und nicht wie die Wegwerfwindeln nach einmaligem Gebrauch einfach verbrannt werden.

Für (Teilzeit-)Windelfrei haben die Stoffwindeln aber noch einen anderen Vorteil. Du kannst durch ihre Vielfalt und über die jeweilige Einlage sehr gut steuern, wie saugstark sie sein soll. Die Rückmeldung einer Wegwerfwindel fällt durch den Superabsorber, der sehr trocken hält, zum Beispiel wesentlich geringer aus als die einer nassen Mullwindel. Auf der anderen Seite können sich auch Stoffwindeln mit Hilfe von Fleece oder PLA-Vlies sehr trocken anfühlen. Du hast die Wahl!

Moderne Stoffwindeln gibt es heute glücklicherweise in allen Formen und Farben, für alle Altersstufen und individuellen Bedürfnisse. Dabei musst du nicht von heute auf morgen vollständig auf Wergwerfwindeln verzichten. Beide Windelformen lassen sich auch wunderbar im Alltag kombinieren. Vielleicht willst du ein Stoffwindel-Starterpaket für dein Kind ausprobieren?

Dabei gilt: Jede Wegwerf-Windel, die du einsparst, bedeutet eine Umweltsünde weniger.

Klicke hier, um dich für den kostenlosen Online-Kurs Schnellstart Stoffwindeln anzumelden. Dort bekommst du alle notwendigen Informationen, um die richtigen Stoffwindeln für dein Kind zu kaufen.

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6) (Teilzeit-)Windelfrei

Über die Vorteile von Stoffwindeln hast du oben schon einiges erfahren. Noch besser für die Umwelt im Bereich Windeln ist aber natürlich, wenn dein Kind früh trocken wird und überhaupt keine oder kaum mehr Windeln braucht. 😊

Wenn du dich mit dem Konzept Windelfrei beschäftigst, sollte dabei natürlich immer das Wohl deines Kindes und die liebevolle Sauberkeitserziehung im Zentrum stehen. Da Kinder gerne Autonomieerfahrungen machen, richtet sich ein kindgerechtes Windelfrei immer an den Bedürfnissen deines Kindes aus und soll Freude statt Frust bringen. Aus diesem Grund empfehle ich grundsätzlich ein stressfreies (Teilzeit-)Windelfrei, bei der die Familie entscheidet, wie und wann sie bei ihrem Kind auf die Windel verzichtet.

Windelfrei-Abhalteposition unterwegs abhalten

(Teilzeit-)Windelfrei schlägt so eine Brücke von den eigenen körperlichen Vorgängen zu einer selbstständigen Benutzung der Toilette. Auf diesem Weg reduzierst du also nicht nur euren Windelmüll, sondern ihr spart Geld und verhelft eurem Kind zu einem riesigen Stück Selbständigkeit. Klingt doch gut, oder?

Wenn du neugierig geworden bist, helfen dir folgende Artikel weiter:

7) Waschbare Stilleinlagen

Neben waschbaren Stoffwindeln gibt es auch waschbare Stilleinlagen. Diese sind auf Dauer nicht nur wesentlich günstiger, sondern fühlen sich auch viel besser an. Probier es doch einfach mal aus!

Zu Hause beim Stillen habe ich übrigens einfach immer eine Mullwindel als Schutz vor auslaufender Muttermilch benutzt. Ausgehtauglich ist das aber nicht unbedingt. 😉

WZL Stilleinlagen

8) Waschbare Slipeinlagen und Stoffbinden

Periodenprodukte sind noch immer ein Tabuthema: So wie einige Kinder durch Milka mit dem Glauben aufwachsen, Kühe seien lila, könnte es für manche eine Überraschung sein, dass Blut während der Periode gar nicht – wie in der Werbung vermittelt – blau ist. Lange Zeit schien das Thema Periode in den Medien überhaupt nicht stattzufinden. Erst langsam wird auch wieder über Alternativen zu Wegwerf-Slipeinlagen und Tampons diskutiert. Denn diese gibt es!

Neben der Menstruationstasse, die es mittlerweile von verschiedenen Herstellern und in ganz unterschiedlichen Größen und Varianten gibt, bedeuten auch waschbare Stoffbinden und Slipeinlagen eine echte Entlastung für die Umwelt. Bist du bezüglich des Ekel-Faktors, des Waschaufwands der großen Einmalausgabe skeptisch?

  • Dann probier doch für den Anfang waschbare Slipeinlagen außerhalb deiner Periode aus. So kommst du nicht mit Blut in Berührung, sie sind nicht so teuer wie die dicken Stoffbinden und du kannst sie einfach zusammen mit deiner Unterwäsche waschen. Genauso könntest du die Slipeinlagen etwa als Back-up zu Tampons verwenden.
  • Oder vielleicht testest du Stoffbinden erst einmal nur an den Tagen, an denen deine Periode nicht so stark ist?

Kompromisse zu finden ist gar nicht so schwer. Und wer weiß, vielleicht merkst du ja mit der Zeit, dass die Umstellung in der Praxis gar nicht so schwierig ist, wie du befürchtet hast.

Neugierig geworden? Mehr über Stoffbinden und andere Alternativen erfährst du in diesem Artikel!

Petit Lulu Slipeinlage Ginkgo

Schnell mal die Welt retten: Wir alle sind nicht perfekt!

Eben mal zwischen Wäschebergen und Arztterminen die Welt zu retten, ist gar nicht so einfach. Gerade wenn wir unsere ersten Schritte machen, ökologischer zu denken und zu handeln, kommt von außen oft ordentlich Gegenwind. Auch mir wird immer wieder vorgeworfen, dass ich nicht konsequent sei. Zum Beispiel in dieser Art:

„Aber wenn Stoffwindeln so toll sind und du Müll sparen willst, wieso kaufst du dann diese Packung Kekse, das ist ja auch Plastikmüll!“

Obwohl ich mir Gedanken über verschiedene Umwelt-Themen mache und versuche, unseren CO2-Fußabdruck zu verkleinern und Müll zu vermeiden, bin ich sicher nicht perfekt. Ich schreibe diesen Blogbeitrag beispielsweise an einem Elektrogerät, das aus Plastik ist und auch noch Strom verbraucht. Ich besitze ein Handy und kaufe nicht nur Kekse, sondern regelmäßig auch andere Lebensmittel, die in Plastik verpackt sind. Die Liste ließe sich leider noch weiterführen …

In unserem Alltag tun und konsumieren die meisten von uns immer wieder Dinge, mit denen wir der Umwelt schaden oder bei denen wir Kompromisse eingehen. Bequemlichkeit, der Geldbeutel oder andere Zwänge in unserem Alltag verhindern, dass wir alles einem Umweltaspekt unterordnen (können). Darauf können wir wohl kaum stolz sein. Aber genauso gilt: Du bist weder ein schlechter Mensch, nur weil du Wegwerfwindeln benutzt, noch, weil du zum Bäcker manchmal mit dem Auto statt mit dem Fahrrad fährst.

Stattdessen sollten wir das Potenzial sehen, das wir täglich ausschöpfen können, um noch bewusster zu handeln. Auch die kleinen Schritte zählen. Jede Plastiktüte, die wir einsparen, hilft dabei.

Denn wenn viele, viele Menschen auf ein paar Wegwerfprodukte verzichten und weniger CO2 verbrauchen, dann kommt eine ziemlich umweltfreundliche Menge zusammen!

Vielleicht wollt ihr euch zum Beispiel jeden Monat ein kleines Ziel setzen und es so gut wie möglich umsetzen? So einfach geht das mit dem Weltretten. 😉

3 Kommentare zu „So rettest du die Welt: weniger Müll im Alltag mit Baby“

  1. Ich bin tatsächlich über waschbare Binden zu (modernen) Stoffwindeln gekommen.
    Ich habe wenig Berührungsängste mit der gesamten Hygieneabteilung.

    Allerdings habe ich diesen Sommer, mit meiner Schwangerschaft und meinem 1. Baby ein Problem mit Stilleinlagen entwickelt. Ich hatte ab der 20. SSW ständig freudig tropfende Brüste. Bis zur Geburt habe ich das mit meinen waschbaren Einlagen noch gut hinbekommen. (Nach einem “Unfall” musste ich bei einer Freundin WWEinlagen nutzen – Mensch waren die für meine Sensibelhaut unangenehm!)
    Als unser Zwerg dann da war, hat die jeweils nicht stillende Brust sich so richtig ins Zeug gelegt. Da tropften & spritzten & liefen pro Stillmahlzeit zwischen 40 und 60ml mit. Dass das keine Stilleinlage packt ist klar. Mulltuch war Methode der Wahl. Für unterwegs aber echt nicht sehr diskret. Und der Wäscheberg, den man ständig mitschleppt… Irgendwann kam ich zu Milchauffangschalen, und wenn ich die beim Stillen eingelegt habe, war zumindest ein Teil der klebrigen Sauerei im Griff. Da die Schalen aber nicht für dauerhaft geeignet sind, brauchte ich trotzdem noch Einlagen für zwischendurch.
    Und hier kommt mein Problem mit dem 35-40° Sommer. Ständig feuchtes Klima im BH.
    Irgendwann fing mein Milchzwerg an komisch aus dem Mund zu riechen. Den gleichen Duft hatte ich in meinen stündlich gewechselten Stilleinlagen. Irgendwie hefeartig, pilzig.
    Ich habe zu Waschlappen gewechselt (mehr Saugvolumen, mehr Luft) und bin zuhause meist im Stillbustier, lufttrocknend rumgelaufen.
    Inzwischen (der Zwerg ist 4 Monate alt), tropfe ich nur noch beim/nach dem Duschen und vor dem Stillen. Ich komme ganz gut mit meinen Stillschalen und 12(!) Paar Stilleinlagen von Wäsche zu Wäsche, aber ganz zufrieden bin ich nicht mit der Lösung.

    Hat jemand eine bessere Lösung?

    1. Ach und meine Menstruationstasse ist für mich ein riesiger Freiheitsgewinn: sie fasst viel mehr als der größte Tampon und trocknet die Scheide nicht aus. Als Backup nutze ich große waschbare (Nacht-)Binden. [Ja, wozu es mini Tampons gibt, ist mir schleierhaft]
      Die Binden habe ich auch nach ein paar Tagen im Wochenbett nutzen können.
      Da sie nicht parfümiert und nicht aus Plastik sind, ist die Belüftung viel besser und seit ich diese Binden nutze, hatte ich nie wieder einen Scheidenpilz. Den ich öfter mal hatte, als ich noch WWSlipeinlagen genutzt habe.

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