Frage von Windelwissen-Lesern und -Kunden:

Darf ein Stoffwindelwaschmittel Enzyme enthalten?

Die Antwort von Windelwissen:

Mythos:

Enzyme sind für Stoffwindeln verboten, denn sie machen die Stoffwindeln und die Haut des Babys kaputt

Enzyme sind hochmolekulare Eiweißverbindungen, die helfen Stoffe zu spalten, damit diese verwertet oder abgebaut werden können

  • Protease kann Eiweißmoleküle, also Proteine wie Muttermilcheiweiße, Getreide, Eiweiß, Eigelb, Blut, in lösliche Bruchstücke spalten.
  • Amylase kann Stärkemoleküle, wie Getreidebrei, Haferbrei, Reis, in den Zweifachzucker Maltose spalten.
  • Lipase kann Fette und Öle, wie sie durch Muttermilchfett, Öl im Babybrei, andere Fette in die Stoffe kommen, bei Temperaturen um 20°C entfernen.
  • Cellulase spaltet Cellulose, also die Wände von Pflanzenzellen. Auch Baumwolle und Viskose bestehen aus Cellulose, weswegen behauptet wird, dass Cellulase nicht in Stoffwindelwaschmittel enthalten sein dürfe.

Ab und an ein Waschmittel mit Cellulase zu verwenden ist nicht arg schlimm. Cellulase rasiert Fasern nur im Mikrometerbereich ab, also verschwindend wenig. Cellulase ist in Waschmittel ja auch nur sehr niedrig dosiert. Also wenn du ab und an, wenn du bei der Schwiegermutter zu Besuch bist, ein Waschmittel mit Cellulase verwendest, werden sich deine Stoffwindeln nicht gleich in Luft auflösen.

Enzym Cellulase Waschmittel für Stoffwindeln

Der wahre Grund warum Enzyme so verrufen sind, ist, dass es in den 70er Jahren einen großen Enzym-Skandal gab. Es wurde behauptet, dass Enzym-Rückstände in den Kleidern bleiben würden und dass diese die Haut angreifen, dass die Haut schlechter heilt und dass Enzyme Allergien auslösen.

In den letzten 40 Jahren gab es natürlich einige Forschungen zum Thema. Herausgekommen ist: Enzyme sind ungefährlich, sie haben nichts mit diesen Problemen zu tun. Wohl aber optische Aufheller, synthetische Tenside und Kunstfasern, die das Allergierisiko signifikant erhöhen.

Zum einem sind Enzyme gut wasserlöslich. Sie werden nach dem Spülen mit der Waschflotte weggespült. Enzyme sind nicht sehr stabil. Damit sie überhaupt die lange Reise in deine Waschmaschine überleben, sind sie mit einem Schutzüberzug verkleidet. Dieser wird weggewaschen und die Enzyme können wirken. Nach dem Waschen sind die Enzyme schutzlos. Würden Enzyme theoretisch in den Windeln zurückbleiben, dann würden die kleinen Dinger ziemlich schnell kaputtgehen und nicht mehr funktionieren.

Heutzutage begründen Hersteller von biologischen Waschmitteln die Vermeidung von Enzymen damit, dass Enzyme aus gentechnisch veränderten Bakterien gewonnen werden. Denn um Enzyme zu gewinnen, wird ein DNA-Stück in die Bakterien-DNA eingeschleust, damit diese verstärkt die benötigten Enzyme produzieren. Die Bakterien werden auf Nährkulturen gezüchtet, die Enzyme werden herausgefiltert und die Bakterien abgetötet.

In den letzten Jahren ist das generelle Verteufeln von Enzymen in der Stoffwindelwelt merklich zurückgegangen und trotzdem wird noch sehr eindringlich vor Cellulase gewarnt. Der Hauptgrund ist wohl, dass Viskose, bedingt durch seine chemische Herstellung, deutlich schneller kaputt geht als Baumwolle und ziemlich schnell kleine Löcher bekommen kann, egal wie du wäschst. Die Hersteller möchten sich verständlicherweise vor Reklamationen schützen.

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