Stinkende Stoffwindeln: Stoffwindelkur, Stripping – Und: Windeldermatitis, Windelsoor

Stinkende Müffelnde Stoffwindeln Stoffwindelkur Stripping

Stoffwindeln zu waschen ist so einfach wie Handtücher waschen, denn du musst nur wissen, wie eine Waschmaschine angeschaltet wird: Windeln hinein, waschen, trocknen lassen, fertig.

Mit einer guten Waschroutine werden deine Stoffwindeln nach dem Waschen nach gar nichts riechen. Auch wenn dein Baby reinpieselt, riechen sie nach nichts, außer dezent nach Pipi, wenn du mit der Nase nah herangehst. Solltest du nach einigen Wochen Stoffwindeln wieder in den „Genuss“ kommen, an einer Wegwerfwindel zu schnüffeln, wirst du sofort den Unterschied feststellen können.

Du solltest es absolut ernst nehmen, wenn

  • deine Stoffwindeln nach dem Waschen oder nach der Benutzung unangenehm riechen,
  • dein Baby nach dem Tragen von Stoffwindeln einen wunden Po bekommt oder
  • dein Baby regelmäßig von einem Pilz gequält wird.

Ich bin kein Verfechter von übertriebener Hygiene, bei uns zuhause laufen manchmal die Staubmäuse herum, aber stinkende Wäsche ist ein Indikator für eine hohe Bakterienbelastung und das möchte ich auf keinen Fall, da es für die Haut des Babys und für meine eigene Nase unnötigen Stress bedeutet.

Stinkende Stoffwindeln kommen selten alleine, sondern meistens müffeln auch die Handtücher und Geschirrtücher schnell, sobald sie feucht geworden sind, falls du alles zusammenwäschst. Ein weiterer Nachteil: Mit Bakterien belastete Wäsche wird viel öfter gewaschen, als hygienisch saubere und geruchslose Wäsche, was einen unnötigen Wasser- und Stromverbrauch bedeutet.

Auch regelmäßig wunde Popos und Pilze haben oft etwas mit dem Waschen der Stoffwindeln zu tun!

Mit ein paar einfachen Tipps, können diese Probleme schnell gelöst werden.

1) Wie du merkst, dass deine Stoffwindeln und andere Wäsche von Bakterien befallen sind

Es könnte sein, dass deine Stoffwindeln von Bakterien befallen sind, wenn…

  • sie nach dem Waschen müffeln,
  • sie nach dem ersten Pipi stinken,
  • die Nachtwindeln unglaublich stinken,
  • Handtücher und Geschirrtücher nach der ersten Benutzung komisch riechen und du alles zusammenwäschst,
  • du die Stoffwindeln gebraucht gekauft hast,
  • dein Baby oft einen wunden Popo hat oder
  • dein Baby einen roten Po bekommt, sobald es eine Stoffwindel trägt.

Der Geruch kann an Verschiedenes erinnern:

  • Bauernhof
  • Kuhstall
  • Pumakäfig
  • faulig, modrig

Stinkende Nacht-Stoffwindeln

Eine Nachtwindel riecht leicht nach Ammoniak, allerdings nur, wenn du deine Nase näher als 5 cm an die Stoffwindel heranhältst. Wenn du die Windel auf Armeslänge weghältst und du sie immer noch extrem riechen kannst, dann sind das wahrscheinlich Bakterienausdünstungen:

  • Du hast Angst davor morgens den Schlafsack zu öffnen, weil dir fast schwindelig wird.
  • Du weißt nicht mehr, wie du deine Stoffwindeln lagern sollst, denn sobald du deine Nachtwindel in die Windeltonne legst, stinkt die ganze Wohnung.
  • Du möchtest am liebsten nachts auf Stoffwindeln verzichten und wieder Wegwerfwindeln nehmen, weil alles stinkt.

Stinkende Handtücher, Geschirrtücher und andere Wäsche

Solltest du deine Stoffwindeln gemeinsam mit Handtüchern und Geschirrtüchern waschen, kannst du auch daran merken, dass Bakterien im Spiel sind:

  • Deine Handtücher für Hände und Gesicht müffeln schon nach einem Tag.
  • Ein Duschhandtuch kannst du nie länger als ein paar Tage verwenden.
  • Deine Geschirrtücher müffeln nach einmal Geschirr abtrocknen.

2) Wie die Bakterien in deine Wäsche und deine Stoffwindeln kommen

Du bestehst aus etwa 10 Billionen (10.000.000.000.000) Zellen, aber auf und in dir leben 10-mal so viele Bakterien. Das sind 100 Billionen (100.000.000.000.000). Alleine in deinem Mund leben 10 Milliarden Mikroben und auf deiner Haut befinden sich bei normaler Hygiene 100 Billionen Bakterien, die die schützende Hautflora bilden.

99% aller im und am menschlichen Körper lebenden Bakterien leben in deinem Verdauungstrakt und bilden deine verdauungsfördernde Darmflora. Diese kleinen Winzlinge sind also überaus nützlich und lebensnotwendig für dich.

Die „falschen“ Bakterien aber können andererseits auch Krankheiten auslösen und/oder – was weniger schlimm ist – zu Geruchsproblemen führen. Viele Gerüche und Aromen, wie jene von Käse oder Wein, werden nämlich von Bakterien hergestellt. Auch modrige oder fischartige Gerüche können von Mikroben stammen…

Und wie kommen diese Winzlinge in deine Stoffwindeln? Urin ist bei gesunden Menschen und Tieren steril, daran liegt es also nicht. Bakterienfreie Stoffwindeln, in denen nur Pipi ist, könntest du theoretisch nur mit Wasser spülen, trocknen und sie wären wieder einsatzbereit, denn Urin ist komplett wasserlöslich. Das ist gut zu wissen, wenn du bald in den Urlaub fährst: Vollgepinkelte Einlagen, Überhosen oder Kleidung kannst du einfach mit lauwarmen Wasser durchwaschen, sie auswringen und sie trocknen lassen. Erst beim nächsten Mal gehören sie in die richtige Wäsche mit Waschmittel.

Im Kot dagegen halten sich viele Darmbakterien auf. Aber das ist nur ein Teil des Problems, denn die meisten Keime schleppst du über Hand- und Geschirrtücher ein, die sich mit in der Windelwäsche befinden.

In dem dauerfeuchten Klima deiner Hand- und Geschirrtücher fühlen sich Bakterien, die du tagtäglich dort abstreifst, wie zum Beispiel Magen-Darm-Keime, aber auch Noroviren, Rotaviren, Coli-Bakterien genauso wie nicht krankmachende Bakterien, besonders wohl und vermehren sich. Diese springen dann bei der Windelwäsche auf alle anderen Wäschestücke über.

Da Stoffwindeln zum Trocknen länger brauchen als andere Kleidungsstücke, können sich Bakterien hier in rasantem Tempo vermehren. Ist alles trocken, befinden sich die kleinen Winzlinge in einer „Schockstarre“. Es riecht erst einmal nach nichts. Sobald es aber wieder feucht wird, also beim ersten Pipi, werden die Keime wieder aktiv und geben ihre Ausdünstungen von sich.

Stinkende Stoffwindeln

3) Wie du eine extreme Keimentwicklung vermeiden kannst

Keime haben zwei große Feinde: Hitze und Chemie. Für die meisten Stoffe reichen 60°C gemeinsam mit Sauerstoffbleiche aus um den Großteil der Bakterien abzutöten, sodass sie nicht mehr stinken und sanfter für die Haut sind.

[Stoffwindeln richtig waschen: Alles was du über Kacka-Entfernen,
das Waschprogramm, die Temperatur und alles andere wissen musst]

Bei Stoffwindeln und Einlagen, die aus 3 bis 8 Lagen bestehen, sind die innen liegenden Schichten leider so gut abgeschirmt, dass die 60°C und die Sauerstoffbleiche nicht alles erreichen und eine größere Zahl Bakterien zurückbleiben. Da Stoffwindeln und Einlagen, die aus mehreren Schichten bestehen darüber hinaus langsamer trocknen, können sich die Bakterien im Inneren sehr leicht vermehren.

Ich habe letztens einen Kenianer per E-Mail interviewt und gefragt, wie seine Frau, seine Bekannten und Nachbarn die Stoffwindeln ihrer Babys waschen: Die Stoffwindeln werden immer in einem Eimer mit kaltem Wasser und Colorwaschmittel gewaschen (Oh weh, mit Duftstoffen und allem Pipapo!). Sobald es sich nach einigen Wochen andeutet, dass das Kind einen wunden Po bekommt, werden die Stoffwindeln ausgekocht und desinfiziert. Danach ist alles wieder gut und der Po sieht wieder super aus.

Das nenne ich pragmatisch.

Diese Herangehensweise kannst du kopieren:

  • Prinzipiell kannst du deine Stoffwindeln genauso waschen, wie du möchtest. Die Waschtemperatur, das Waschmittel und die Waschmethode sind ziemlich egal.
  • Sobald es müffelt oder dein Baby einen wunden Po bekommt, kannst du alle kochfesten Windeln bei 90°C waschen.
  • Alle anderen Windeln, bei denen das PU-Laminat lösen könnte, bei denen die Gummis ausleiern oder bei denen der Klett kaputt gehen könnte, darfst du nicht bei so einer hohen Temperatur waschen. Bei ihnen kannst du Hygienespüler verwenden, um Bakterien und Ammoniak zu entfernen.
  • (Falls du dir neue Stoffwindeln kaufen wirst: Kauf dir bei 95°C-waschbare super-saugstarke Mullwindeln aus Bio-Baumwolle* mit Überhose, dann sparst du dir viele Sorgen. Sie trocknen extrem schnell, was Bakterien keine Chance bietet und sie können jeder Zeit ausgekocht werden.)

4) Bakterien und Keime töten

1. Stoffwindelkur bzw. Stripping mit Sauerstoffbleiche und auskochen

Mullwindeln, Prefolds, Einlagen aus Baumwolle und Hanf und kochfeste Höschenwindeln kannst du zusammen mit Sauerstoffbleiche in die 90°C-Kochwäsche deiner Waschmaschine stecken. Die Sauerstoffbleiche kannst du als Zusatz zu deinem Waschmittel dazugeben oder du verwendest ein Vollwaschmittel, das Sauerstoffbleiche enthält.

Sauerstoffbleiche zerfällt beim Waschen in Wasser, Waschsoda und aktiven Sauerstoff. Der aktive Sauerstoff greift Bakterien, Pilze und Keime an und tötet sie ab. Das heiße Wasser tötet auch Keime ab und löst außerdem Ammoniak und andere nicht wünschenswerte Stoffe aus den Fasern.

Wenn du das Gefühl hast, dass die Gerüche, wie zum Beispiel von gebrauchten Stoffwindeln, die mit Weichspüler gewaschen wurden, sehr stark sind, kannst du diesen Waschvorgang noch einmal wiederholen.

2. Stoffwindelkur bzw. Stripping mit Hygienespüler

Hygienespüler Stoffwindelwaschmittel

Hygienespüler ist die Wahl für alle Stoffwindeln, die mit maximal 60°C gewaschen werden dürfen. Er enthält das Desinfektionsmittel Dimethylammoniumchlorid, das Viren, Bakterien und Pilze abtötet. Da viele böse Bakterien Gerüche auslösen, wie sie in verschwitzter Kleidung oder in Stoffwindeln vorkommen, kann Hygienespüler auch aufdringliche Gerüche beseitigen. Dadurch hilft Hygienespüler nicht nur gegen wunde Popos, sondern auch gegen müffelnde Stoffwindeln.

Hygienespüler wird in das Weichspülerfach gegeben, läuft also beim letzten Spülgang in die Waschmaschine. Dort muss er mindestens 15 Minuten einwirken, am besten noch länger. Deswegen darf er nicht sofort wieder ausgewaschen werden.

Falls du den Eigengeruch des Hygienespülers nicht magst, so kannst du deine Stoffwindeln zum Beispiel 30 Minuten nach der Anwendung noch einmal durchspülen. Falls dein Baby unempfindlich ist, kannst du dir auch Hygienespüler mit Duftstoffen kaufen.

Du solltest den Hygienespüler nur verwenden, wenn es wirklich notwendig ist und nicht bei jedem Waschgang. Übermäßiger Hygienespüler-Verbrauch in der gesamten Bevölkerung kann dazu führen, dass auch die guten Bakterien in Kläranlagen geschädigt werden.

Wenn du die wirklich fiesen, hartnäckigen Bakterien getötet hast, wird dir danach das normale 60°C-Koch-Buntprogramm mit Sauerstoffbleiche oder Vollwaschmittel helfen, Bakterien und Pilze für viele Monate in Schach zu halten.

Hygienespüler beeinflusst nicht die Saugfähigkeit

Ich empfehle dir, den Hygienespüler in Sensitiv-Form zu kaufen, da in diesem keine Tenside, Farb- und Duftstoffe enthalten sind, was besser für die Haut und die Umwelt ist. Da gibt es zum Beispiel:

  • Impresan Hygiene Spüler Sensitiv (1 l = 1,59 €) aus dem DM, Rossmann oder anderen Drogeriemärkten
  • Denkmit Hygienespüler Sensitiv (1,32 € je 1 l) aus dem DM

100g Denkmit Flüssigkeitskonzentrat enthält

Für einen Waschgang werden 2,5 Dosierkappen, also 82,5 ml Hygienespüler empfohlen. Diese Menge enthält 2,05 g Didecyldimethylammoniumchlorid, was etwas weniger als einem gestrichenen Teelöffel entspricht. Diese Menge wird dann mit rund 22 Liter Spülwasser verdünnt, was etwas mehr als zwei Eimer voll Wasser sind.

Wie kann ein Teelöffel dieses Stoffes auf 2 Wassereimer verdünnt die Saugfähigkeit mindern? Selbst wenn die Stoffe in den Windeln bleiben würden, wäre das nur ein Saugverlust von wenigen Millilitern. Diesen Verlust an Saugfähigkeit würdest du nicht bemerken.

Manche Hygienespüler können gleichzeitig als Weichspüler verwendet werden. Deswegen enthalten sie Tenside, die an den Fasern haften und sie auflockern. Das kann die Geschwindigkeit der Wasseraufnahme verringern. Hygienespüler Sensitiv enthält diesen Stoff in der Regel nicht und es geht keine Gefahr für deine Stoffwindeln aus.

Hygienespüler bei empfindlicher Haut

Hygienespüler wird explizit für Menschen mit empfindlicher Haut empfohlen. Auch einige Hautärzte empfehlen Hygienespüler, wenn ihre Patienten mit Pilzinfektionen zu kämpfen haben. Die Pilze können sich nämlich in der gesamten Wäsche verteilen und die Haut wieder reizen. Hygienespüler ist bei Pilzen besonders effektiv.

Der Hygienespüler Sensitiv enthält nur zwei Bestandteile: Wasser und Didecyldimethylammoniumchlorid. Didecyldimethylammoniumchlorid ist auch Inhaltsstoff von Desinfektionsmitteln, die direkt auf die Haut gegeben werden, und von Feuchttüchern, wie du bei codecheck herausfinden kannst.

Normalerweise bekommen weder die Eltern noch die Babys Hautprobleme mit Hygienespüler, doch manche Menschen reagieren empfindlich darauf. Wenn du Probleme bemerkst und ihn trotzdem noch einmal verwenden möchtest, kann du ihn nach dem Waschen, wenn er fertig ist mit einwirken (> 30 Minuten) wieder auswaschen. Lasse einfach noch einen Spülgang laufen.

Bakterien Stoffwindeln hygienisch rein

3. Stoffwindelkur bzw. Stripping mit Spülmittel

Normales Waschmittel enthält Schauminhibatoren, also Stoffe, welche die Entstehung von Schaum bremsen. Zu viel Schaum kann nämlich dazu führen, dass die Elektronik der Waschmaschine kaputtgeht, da der viele Schaum aufsteigt und dorthin gelangt, wo er nicht hingehört und wo normales Wasser auch nicht hingelangen kann.

Schaum ist keine Voraussetzung dafür, dass das Waschmittel wirkt. Zu viel Schaum bremst sogar den Waschvorgang, da sich die Wäsche nicht mehr richtig bewegen kann, wenn Schaum wie ein Puffer wirkt.

In vielen Waschmitteln wird als Schauminhibator Seife dazu gesetzt. Diese verbindet sich mit den Calciumionen des Wassers zu Kalkseifen, was Schaum Einhalt gebietet. Damit die Schaumbremse auch bei weichem Wasser wirkt, das fast keine Calciumionen enthält, werden zusätzlich oft Siliconöle oder Paraffinöle eingesetzt. Spülmittel, Shampoo und Handseifen dagegen enthalten keine Schauminhibatoren, da die Menschen es lieben, wenn es ordentlich schäumt.

Wenn du mehr als einen winzigen Tropfen Spülmittel in die Waschmaschine gibst, dann schäumt es in der Waschmaschine sehr stark. So sehr, dass du dir im schlimmsten Fall deine Waschmaschine ruinierst. Wenn du aber wirklich nur einen winzigen Tropfen Spülmittel in die Waschmaschine gibst, dann kannst du es auch gleich weglassen, oder?

Aber warum wird überhaupt im Internet zu Spülmittel für Stoffwindeln geraten?

Die Logik ist einfach: Mikrofaser zieht Fett magisch an und das verstopft die Fasern. Mikrofaser kann dann nicht mehr ordentlich saugen. Spülmittel bekommt auch fettige Pfannen super sauber. Wir waschen unsere Stoffwindeln mit Spülmittel.

Sorry, aber in jedem Waschmittel sind Tenside und Seifen enthalten, die Fette lösen. Dafür sind Waschmittel da. Die Hauptaufgabe von Waschmittel ist, die Wäsche von Dreck, Fett und Bäh zu befreien.

Wie das funktioniert? Tenside setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab, damit der Stoff gut benetzt werden kann. Außerdem bilden Tenside eine Brücke zwischen Fett und Wasser. Von ganz alleine würde sich Fett nämlich nicht im Wasser lösen, weil die beiden sich abstoßend finden. Tenside reichen beiden – Wasser und Fett – die Hand. Dadurch lässt sich Fett und Schmutz binden und einschließen. Fett und Schmutz schweben dann im Wasser und können am Ende des Waschvorgangs herausgespült werden.

Wenn du jedes Mal nur eine Priese Feenstaub zum Waschen verwendest, dann gibt es nicht genügend Helferlein, welche die Fasern entfetten. Ich rate dir das Spülmittel-Experiment sein zu lassen und zu normalem Waschmittel in empfohlener bzw. leicht erhöhter Dosis zu greifen, wenn du bis jetzt sehr wenig verwendet hast!

Falls du trotz meiner Warnung Spülmittel benutzen möchtest, dann bitte nur in einem Eimer oder der Badewanne. Anschließend musst du die Windeln solange mit Wasser ausspülen, bis kaum mehr Schaum zu erkennen ist. Erst danach dürfen sie wieder in die Waschmaschine.

4. Stoffwindelkur bzw. Stripping mit Waschsoda

Waschsoda (Natriumcarbonat) ist ein Salz der Kohlensäure. Waschsoda kommt zwar als Salz in einigen sogenannten „Sodaseen“ vor, doch wird Waschsoda, das man kaufen kann, fast immer aus Ammoniak, Kohlendioxid und Natriumchlorid chemisch hergestellt. Zunächst werden diese Stoffe zusammengemischt. Das entstandene Natriumhydrogencarbonat wird anschließend im Drehrohrofen erhitzt, Natriumcarbonat bleibt übrig (Wasser und Kohlenstoffdioxid lösen sich).

Waschsoda (Natriumcarbonat) wirkt, in Wasser gelöst, stark alkalisch. Alkalisch bedeutet, dass Waschsoda in Wasser eine Lauge bildet, was das Gegenteil einer Säure ist (Säure + Lauge = Neutral). Diese Lauge sorgt dafür, dass Schmutz und Fett aufquellen und verseift werden. Dadurch lösen sie sich von den Fasern. In normalem Waschpulver ist Waschsoda oft enthalten um Seife und andere Tenside bei ihrer Arbeit zu unterstützen, weil die Fasern aufquellen und Seife so besser wirken kann.

Waschsoda ist nicht als Enthärter für die Waschmaschine geeignet, da es Kalk bildet, das in der Waschmaschine und in den Wäschestücken verbleibt.

Weil Waschsoda stark entfettet, wird oft geraten es für die Stoffwindelkur zu verwenden. Nach allem was ich persönlich und im Internet mitbekommen habe, wird Waschsoda sehr oft überdosiert. Die Lauge ist dadurch zu stark. Die Fasern quellen übermäßig auf und können kaputtgehen.

Du solltest Waschsoda nicht einfach nach Gutdünken reinkippen, sondern dich an die Dosieranleitung halten. Anstatt Waschsoda kannst du auch gleich Sauerstoffbleiche verwenden, da sie mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt.

4) Wie du deine Stoffwindeln waschen solltest, wenn dein Kind einen Pilz hat

Wenn dein Baby einen Pilz hat, dann solltest du wie bei stinkenden Stoffwindeln vorgehen:

  • Während der Behandlung mit Pilzcreme verwendest du am besten Wegwerfwindeln.
  • Du solltest sofort alle Stoffwindeln normal waschen und Hygienespüler dazu geben. Hygienespüler tötet die Pilze sehr effektiv, sodass sich dein Baby nicht wieder anstecken kann, wenn es eine Stoffwindel am Po hat.
  • Wenn es dir sehr wichtig ist, kannst du nach ein paar Tagen wieder Stoffwindeln verwenden.
  • Egal ob du während der Behandlung Wegwerfwindeln oder Stoffwindeln verwendest: Auch wenn der Pilz weg ist, solltest du mindestens noch zwei Wochen lang bei jeder Wäsche Hygienespüler dazugeben.

 

Fazit

Mit stinkenden Stoffwindel, roten Popo, Windeldermatitis und Pilzen ist nicht zu Spaßen! Aber du musst nicht verzweifeln, weil das Auskochen oder bei empfindlicheren Stoffwindeln Hygienespüler sehr gut dagegen hilft!

Bitte achte darauf, dass du nicht die Funktion “Extra Spülen” verwendest, wenn du den Hygienespüler (Weichspülerfach) verwendest, sonst kann er nicht wirken.

 

Viele liebe Grüße und viel Spaß mit deinen Stoffis,
Julia