Unsere Erfahrungen mit Babyzeichen und Töpfchentraining (Windelfrei-Sauberkeitserziehung)

Auch preverbale Kinder, die noch nicht sprechen können, haben schon viel zu sagen! Zeichensprache vereinfacht die Kommunikation mit hörenden Babys und Kleinkindern. Ja, auch schon lange bevor Kehlkopf und Mund so arbeiten, wie dein Baby das möchte.

Wenn du deinem Kind zeigt, wie es mit Zeichensprache (Gebärden, Bilder, Gesten) verschiedene Dinge einfordern kann, dann werdet ihr viele, viele wütende oder traurige “Trotzanfälle” (Missverständnisse!) vermeiden können. 🙂

Das ist nur einer der vielen Gründe, warum Gebärdensprache mit hörenden Babys immer beliebter wird. Auch immer mehr Kitas setzen Gebärden unterstützend ein, um Kindern mit Migrationshintergrund und Kindern mit Entwicklungsverzögerungen das Erlernen der deutschen Sprache zu vereinfachen.

Cosima und ihr Mann haben mit ihrer Tochter Babyzeichensprache geübt. Nachdem ihre Tochter einige Zeichen konnte, haben sie das Windelnweglassen und Trockenwerden aktiv unterstützt.

In diesem Blogartikel kannst du erfahren, wie sie mit der Baby-Gebärdensprache angefangen haben und welche Erfahrungen sie mit dem Windelfrei-Trockenwerden gemacht haben.

Ganz am Anfang haben wir uns aber darüber unterhalten, wie teuer eigentlich der ganze Windelmüll ist:

Horrende Müllgebühren durch Restmüll und Wegwerfwindeln

Als Antwort auf einen Windelwissen-Newsletter schrieb Cosima:

Bei uns in Saarbrücken ist das noch abstruser mit den Müllgebühren:

  • Eine 240-Liter-Tonne, von denen unser 5-Parteien-Haus zwei hat, kostet 10€ Grundgebühr pro Monat und dann wird der Müll bei jeder Abholung gewogen, jedes kg kostet 31 Cent!
  • Volle Wegwerfwindeln sind ja recht schwer, da können mit Feuchttüchern, Wickelunterlagen etc. leicht 1 bis 2 Kilogramm pro Tag zusammenkommen. Bei durchschnittlich 50 Cent pro Tag hätte man schon 15€ Gebühren im Monat plus (anteilige) Grundgebühr.
  • Dann kommen noch 45 Cent monatlich an Miete für ein Mülltonnenschloss hinzu, damit niemand etwas auf Kosten des Nachbarn entsorgt. Das ist sehr nervig, finde ich, weil man den Schlüssel dann immer erst holen oder permanent mit sich herumschleppen muss. Das hat dazu geführt, dass die unfähigen Nachbarn aus Bequemlichkeit alle möglichen Sachen in die (unverschlossenen) Papiertonnen schmeißen. Was ich da schon an Plastik und Restmüll herausgefischt habe, furchtbar!

Aufgrund dieser Wiege-Regelung hat sich die Stadt Saarbrücken zur Entlastung der Eltern von Wickelkindern etwas „Tolles” ausgedacht, nämlich den „Windelbonus“:

  • Eltern von unter 3jährigen Kindern bekommen 25€ pro Jahr geschenkt, also quasi die Gebühren für 80 Kilogramm Müll (nichtmal 25%, aber besser als nix).
  • Man muss nur nachweisen, dass das Kind unter 3 ist, sodass ich den Bonus natürlich auch bekommen habe, obwohl wir keinerlei Wegwerfwindel-Müll produzieren. So kann man in Saarbrücken also mit Stoffwindeln nochmal 25 € extra sparen. 🙂

Unsere Kleine kann jetzt super laufen und neben über 60 Vokabeln in Babyzeichensprache auch einige Worte sprechen: unter anderem “Pipi”, “AA” und “Popo”. Deswegen werde ich ab nächstem Mittwoch, wenn ich zwei Wochen frei habe, die Windeln weglassen und “Töpfchentraining” machen.

Babys können ohne gesprochene Worte reden!

Meine Frage: Wie habt ihr mit der Zeichensprache begonnen?

Cosimas Antwort:

  1. Für die Zeichensprache haben wir einen Workshop mit der regionalen Zwergensprache-Dozentin bei uns zu Hause organisiert, da im für uns passenden Zeitraum gerade keiner angeboten wurde. In dem vierstündigen Workshop haben wir einiges über das System der Zeichen gelernt und wie man sie am besten Schritt für Schritt einführt.
  2. Die Zeichen selbst habe ich dann über die Zwergensprache-App gelernt, geht viel einfacher als per Buch.
  3. Wir haben dann mit drei Zeichen (essen, trinken, Schnuller) begonnen, aber mehrere Monate lang von unserer Tochter nur ein Lächeln dafür geerntet, sodass wir schon dachten, sie sei irgendwie zu blöd, das System zu durchschauen. Aber plötzlich hat sie dann mit knapp 11 Monaten das erste Zeichen nachgemacht.
  4. Stück für Stück hat unsere Tochter immer mehr Zeichen verwendet. Wir haben nach und nach Zeichen dazu genommen. Manche haben wir nur dreimal vorgemacht (z.B. Keks und schaukeln), andere macht sie auch nach Monaten noch nicht nach, warum auch immer.
  5. Unsere Tochter hat sich auch ein paar eigene Zeichen ausgedacht und mag besonders gerne Tiere, die ca. die Hälfte ihres „Vokabulars“ ausmachen. Wir wohnen ja auch nur fünf Minuten vom Zoo entfernt und haben eine Jahreskarte. 😉 Inzwischen „liest“ sie uns mit Vorliebe ihre Bilderbücher vor und zeigt alle Vokabeln, die sie kennt. Das ist sehr niedlich.

Julias Tipp: Im Blogartikel “Bescheid geben: Windelfrei-Signallaute, -Worte und -Gebärde” erkläre ich verschiedene Windelfrei- und Töpfchen-Kommunikationsformen, die dir beim Abhalten von Babys aber auch beim Trockenwerden von Kleinkindern helfen. Diese sind natürlich zum einen hilfreich, um deine Kommunikation klarer zu gestalten, zum anderen um deinem Kind zu helfen, Bescheid zu sagen. 🙂

Der Start des Töpfchen-Trainings

Hallo Julia,

das Töpfchentraining nach deiner Anleitung hat bei meiner Tochter besser geklappt als angenommen! Vor acht Tagen haben wir angefangen und hatten jetzt schon vier komplett trockene Tage.

  • Am 1. Tag habe ich noch 6 im Wohnzimmer begonnene und auf dem Töpfchen vollendete Pipis weggewischt. Von insgesamt 19 Töpfchengängen, puh!
  • Am 2. Tag schon nur noch ein verpasstes Pipi und eine nasse Hose bei unserem ersten Spaziergang, der etwas zu lange gedauert hat.
  • Am 3. Tag ist schon alles da gelandet, wo es hin soll. Seither sagt meine Tochter alles brav selbst an (zwar manchmal mit Fehlalarm und es kommt doch nichts, aber besser so als andersherum…). Am Abend ist sie sogar zweimal alleine zum Töpfchen gegangen, hat sich hingesetzt und gepieselt, das hat mich wirklich erstaunt!
  • Seit dem 5. Tag trägt sie auch zu Hause wieder Hosen, da geht das natürlich nicht mehr ganz so einfach und wir hatten auch 1-2 nasse, aber da sie ihre Bedürfnisse jetzt so gut ansagt, ist das kein Problem und wir hatten seit drei Tagen keinerlei Pannen. Nichtmal bei einem über zweistündigen Ausflug auf den Weihnachtsmarkt inklusive dreimal ins Gebüsch pinkeln. Sogar in der Badewanne sagte sie plötzlich „Pipi!“ und wollte aufs Töpfchen gesetzt werden. 🙂 

Hose hochziehen klappt auch schon einigermaßen alleine, runter drücken noch nicht so. Aber ohne Windel sind die meisten Hosen viel zu weit und rutschen runter, da muss ich mal ein paar engere besorgen… Oder es geht vielleicht besser, wenn ich ihr demnächst auch Unterhosen anziehe, mal sehen.

Jetzt haben wir das Problem, dass das Unterhemd beim Bücken aus der Hose rutscht und der nackte Rücken herausguckt. Das ist draußen bei Winterwetter natürlich nicht so gut. 🙁

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Julias Tipp: Unterhemd + Unterhose hält meistens sehr gut. Unterhosen können in den ersten Tagen sehr an Wegwerfwindeln erinnern und es hilft vielen Kinder zunächst keine anzuziehen. So wie es bei euch klingt, wären Unterhosen kein Problem. Wir haben jetzt auch richtig lange Windelfrei-Shirts mit Gummibund, die bleiben dann dort, wo sie sein sollen. 🙂

Beim Mittagsschlaf hat sie früher auch schon meist eingehalten, deshalb habe ich mich getraut, sie gleich ohne Windel ins Bett zu legen, nachts aber noch nicht. Sie wacht oft auf und hat Durst, dementsprechend muss sie eben leider auch nachts. Manchmal halten wir sie ab, wenn sie aufwacht und die Windel noch trocken ist, aber wenn nicht, lasse ich sie lieber schlafen.

Die Nachtwindel abends anzulegen findet sie natürlich nicht mehr so toll (obwohl wir nie einen Wickelstreik hatten). Hast du für’s nächtliche Trockenwerden auch schon eine Anleitung verfasst? Soll man damit besser noch etwas warten oder gleich ans Töpfchentraining anschließen?

Julias Tipp: Ich empfehle tatsächlich ab und an am Wochenende einfach mal die Windeln wegzulassen (siehe Kurs-Video 3 von 3). Unten ohne klappt dann am besten.
Am praktischsten ist es, schon vor dem Schlafen mehrere Lagen beziehen: Wasserdichte Unterlage + Bettlaken + wasserdichte Unterlage + Bettlaken. Dann kann man es schnell herunterziehen + die Decke umdrehen. Mit einer Fleecedecke kann man auch Flecken abdecken. Wenn diese Varianten aufgebraucht sind, dann kann man wieder eine Windel anziehen, aber das passiert meistens nicht.

Und wie trocknest du die Nachtwindeln vor, da man ja die Waschmaschine lange Zeit nicht vollbekommt nur mit den Nachtwindeln? Es riecht doch recht unangenehm, wenn die den ganzen Tag lang im Bad oder Kinderzimmer offen herumhängen.

Julias Tipp: Ich habe die Nachtwindeln oft per Hand vorgewaschen und dann vortrocknen lassen, bis sie gewaschen wurden. Manchmal habe ich sie auch einfach nach draußen auf den Fensterstock gelegt, damit sie auslüften können. Als die Windeln oft trocken waren, haben wir natürlich regelmäßig nachts keine Windeln angelassen und bei Bedarf die Bettwäsche gewaschen. Falls es eine nasse Nacht gab, haben wir in den folgenden zwei Nächten eine Stoffwindel oder auch ab und an eine von Oma gekaufte Wegwerfwindel angezogen.

Update nach einem Monat Windelfrei-Sauberkeitserziehung

Es läuft sehr gut bei uns!

Ich habe ihr nach ca. anderthalb Wochen Unterhosen angezogen, die das Unterhemd schön an Ort und Stelle halten, sodass ein freier Rücken kein Problem mehr ist. Sie hat auch nur recht selten eine nasse Hose, z.B. wenn sie von einem Babysitter betreut wird oder wenn wir uns zu sehr auf ihre Aussage, nicht zu müssen verlassen, anstatt sie auf Verdacht aufs Töpfchen zu setzen. Meist beantwortet sie die Frage allerdings wahrheitsgetreu, was sehr praktisch ist.

Inzwischen hatten wir allerdings dreimal ein nasses Bett beim Mittagsschlaf, weil sie offenbar zwischendurch kurz wach wurde, pieselte und weiterschlief, ohne sich daran zu stören. Auch nachts sagt sie ihr Bedürfnis nicht an, spürt es also im Halbschlaf offenbar nicht so genau wie im Wachzustand oder ist zu müde, um sich zu melden. Bei der langen Autofahrt zu den Großeltern gestern war es genauso: Sie sagte mehrmals „Pipi!“, wurde abgehalten und weiter ging es, später dann Mittagsschlaf im Kindersitz, währenddessen einmal kurz die Augen aufgemacht, ohne was zu sagen gepinkelt und weitergeschlafen. Zum Glück hatte ich die wasserdichte Wickeldecke untergelegt…

Julias Tipps: Im Windelwissen-Shop verkaufe ich auch den wasserdichte, waschbaren Sitzschutz von Close Pop-In. Den gibt es in vielen bunten Farben. Er ist auf Sitze mit Gurten (Autositz, Fahrradsitz, Fahrradanhänger) abgestimmt, kann aber auch im Hochstuhl verwendet werden. So können alle entspannt bleiben! 🙂

Draußen auf dem Fensterstock zu trocknen muss ich mal probieren, vielleicht kommt da ja kein Regen hin. Wenn ich sie von Hand auswasche, verbrauche ich vermutlich genauso viel Wasser, als wenn ich alle paar Tage die Waschmaschine anschmeiße wie früher. Deshalb habe ich vorerst beschlossen, einfach einmal pro Woche zu waschen, so lange halten es die Windeln auch feucht im Eimer aus und werden trotzdem beim Waschen wieder ganz sauber. Mit ein bisschen nasser Unterwäsche und Bettlaken zusammen wird die Maschine so wenigstens halb bis dreiviertel voll 🙂

Vielen Dank noch einmal für deine tollen Tipps und die Unterstützung!

Möchtest du dein Kind auch beim Trockenwerden unterstützen?

Für Windelfrei ist es nie zu spät! Mit dem Montessori-Windelfrei-Trockenwerden-Kurs helfe ich Familien in allen möglichen Familien- und Betreuungskonstelattionen entspannt und gelassen ihr Kind beim Trockenwerden zu unterstützen:

  • Du betreust dein Kind zuhause oder es geht schon in den Kindergarten.
  • Du bist alleinerziehend oder beide Eltern wohnen zusammen.
  • Dein Kind macht gerne alles nach oder dein Kind lernt besser durch das Sammeln von Erfahrungen.
  • Dein Kind findet das Töpfchen langweilig oder es liebt es.
  • Dein Kind ist noch pre-verbal oder es kann schon sprechen.
  • Dein Kind hat schon Erfahrungen mit dem Töpfchen und Windelfrei gemacht oder alles ist komplett neu.

Alles ist möglich! Der Kurs besteht aus 3 x 1,5 Stunden Videomaterial + Checklisten + Tabellen + Zusatzmaterialien. 🙂

Hier klicken, um mehr über den Kurs zu erfahren.

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