Bescheid geben: Windelfrei-Signallaute, -Worte und -Gebärde

Du möchtest, dass dein Kind Bescheid gibt, wenn es mal muss? In diesem Blogartikel wirst du wichtige Tipps dazu finden.

Außerdem erkläre ich allen Teilzeit-Windelfrei-Eltern, wie ihr Baby merken kann, dass es jetzt Pipi oder das große Geschäft erledigen darf und dass es ein geeigneter Zeitpunkt und Ort ist. Das macht das Abhalten und später das Einführen des Töpfchens so viel einfacher!

Die Vorteile von Windelfrei-Signallauten, -Worten oder -Gebärden

Sowohl für Teilzeit-Windelfrei als auch das Unterstützen des Trockenwerdens helfen diese drei Tipps:

  • Kommuniziere mit deinem Baby oder Kleinkind auf eine altersgemäße Art und Weise.
  • Zeige deinem Kind, wie es Bescheid geben kann!
  • Meine wichtigste Empfehlungen für Babys, Kleinkinder und Kindergartenkinder: Fasse dich kurz! 🙂

Wähle deswegen ein besonderes Geräusch oder einen Laut, ein Wort, ein Bild, eine Handlung oder eine Gebärde als Kommunikationsmittel. Meine Empfehlung ist es, das nicht nur beim Thema “Abhalten” und “Töpfchen” zu machen, sondern auch für andere wichtige Dinge und Situationen (Milch, Essen, Schlafen, Apfel, Hund, Pferd, …) einzuführen.

Wie hilft dir dein Signal bei Windelfrei und beim Trockenwerden?

  1. Dieses von dir gewählte Signal kommuniziert deinem Kind, dass es jetzt gerade Pipi macht.
  2. Außerdem zeigt es deinem Kind, dass gerade ein geeigneter Ort ist, um Pipi zu machen. (Zum Beispiel, wenn ihr euch auf dem Töpfchen befindet.)
  3. Der wichtigste Vorteil ist, dass das Signal deinem Kind einen Weg zeigt, dir mitzuteilen, dass Pipi oder das große Geschäft anstehen.

Du siehst, dein Signal wird vielfältig einsetzbar sein. 😉

Welche verbalen und non-verbalen Signale gibt es?

Denkst du beim Wort “Kommunikation” sofort an Worte und Gespräche? Ja, das ist wohl die bekannteste Art zu kommunizieren. Aber auch schon alleine mit Lauten kann man viel mitteilen!

Aber es gibt noch viel mehr Möglichkeiten der Kommunikation:

Wahrscheinlich kennst du auch die Gebärdensprache. Das ist eine vollständige und anerkannte Sprache, die vor allem von gehörlosen Menschen genutzt wird.

Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen, die von der neuro-typischen Norm abweichen (z.B. Kanner-Autismus) sind nicht taub, aber das Reden mit Worten fällt ihnen trotzdem oft sehr schwer. Das heißt aber nicht, dass sie nichts zu sagen haben!

In diesem Falle hilft es, wenn man ihnen zeigt, wie man mit Bildern kommunizieren kann. Viele Kinder und Erwachsene bauen dann sehr schnell ein umfangreiches Vokabular auf und können mithilfe von Smartphones und Tabletts ganz normale Gespräche führen.

Auch deinem preverablen Baby oder Kind können Gebärden und Bildkarten helfen sich mitzuteilen, selbst wenn das Formen von Worten mit Kehlkopf und Mund noch nicht funktioniert. Keine Angst: Gebärden und Bildkarten verhindern die normale Sprache nicht, sie fördern und unterstützen sie!

1) Preverable und verbale Signale

Bei Windelfrei-Eltern am bekanntesten sind Laute. Das sind Geräusche, die du mit dem Mund erzeugen kannst und die einige Babys auch nachmachen können!

  • Pipi: „pfff“, „sss“, „zzz“ oder „pss“ wie laufendes Wasser
  • pusten
  • Kacka: „mh, mhh“ oder „uhh, uhh“ wie festes Drücken

Bei Eltern, die das Trockenwerden unterstützen möchten, sind vor allem diese Wörter bekannt und beliebt:

  • einfachere Laute: “Lulu”, “AA”
  • Wörter: „Pipi“, „Kacka“, “Töpfchen”
  • Meine Empfehlung: : „Pipi-AA“ (viele Kinder sagen am Anfang AA zum kleinen und großen Geschäft)
  • Sage deinem Kind, wie es Bescheid geben kann: „Das nächste Mal, wenn du musst, rufe laut Mama Pipi-AA.”

2) (Visuell) Gestützte Kommunikation

Extrem hilfreich ist es aber auch, gemeinsam mit dem preverbalen oder verbalem Signal eine visuell gestützte Kommunikationsart einzuführen.

Diese drei Zeichen eigenen sich besonders gut:

  1. Auf das Töpfchen oder einen anderen Gegenstand klopfen (z.B. Badtür, Klodeckel).
  2. (Baby-)Gebärdensprache
  3. Bild gestützte Kommunikation (Picture Exchange Communication System, PECS)
    • ausgedrucktes Töpfchensymbol
    • Foto vom Kind auf dem Töpfchen
    • Die Bilder oder Fotos sollten an mehreren Stellen positioniert werden.

Wie kannst du diese Zeichen für Windelfrei und fürs Trockenwerden einsetzen?

  • Mache das besondere Windelfrei-Geräusch, immer wenn du dein nicht-mobiles Baby beobachtest und es sein kleines oder großes Geschäft erledigt.
  • Immer wenn dein Kind auf dem Töpfchen oder der Toilette sitzt, sagst du dein Wort, klopfst auf das Töpfchen und/oder zeigst auf ein Bild (oder Gebärde).
  • Du kannst das Zeichen auch sagen und zeigen, wenn dein Kind in die Windel oder Hose gemacht hat.

Welche Assoziationen erzeugt das Zeichen im Gehirn deines Kindes?

  • Auf der einen Seite hilft dieses Zeichen deinem Baby eine Verknüpfung zum Akt des „Loslassens“ und Pieselns aufzubauen. Je öfter du dieses Zeichen machst, desto stärker wird die Assoziation werden.
  • Bei mobilen Babys kommt noch die Schlüsselposition „Töpfchen“, „Klo“ oder „Anhockhaltung“ hinzu, die ihm zeigt, dass es hier okay ist zu pieseln.
  • Auf der anderen Seite wird dein Baby stärker signalisieren, je öfter es abgehalten wird und das Schlüsselsignal hört.
  • Und das tollste: Einige Babys und Kleinkinder fangen irgendwann an, den Laut oder das Zeichen zu machen, auf das Töpfchen zu klopfen oder auf das Bild zu zeigen, wenn sie Hilfe beim Toilettengang brauchen.

Wie schaffst du es also, dass dein Baby oder Kleinkind irgendwann Bescheid sagt?

Indem du ihm einen lautgestützten UND einen visuellen Kommunikationsweg aufzeigst! 🙂

Praktische Tipps für dein Signallaut oder deine visuelle, unterstützende Kommunikation

  1. Passe dein Zeichen an das Alter deines Kindes an:
    • Am Anfang können Babys noch nicht so gut sehen und Geräusche und Wörter sind sinnvoller als Zeichen und Gebärden
    • Sobald dein Kind auf etwas zeigen kann, sind Bilder sehr praktisch.
    • Sobald dein Baby krabbeln und laufen kann, kann auch das Klopfen auf das Töpfchen dazu. Sobald dein Baby also mobil wird, solltest du ein visuelles Signal dazu nehmen.
    • Ab dem 9. Monat haben viele Eltern gute Erfahrungen damit gemacht „Pipi“/“Lulu“ und „Kacka“/“AA“ zu sagen, da diese simplen Wörter zwischen 12 und 18 Monaten relativ einfach von ihrem Kind ausgesprochen werden können. Eine Kombination mit Gebärden, dem Hauen auf das Töpfchen oder das Zeigen auf ein Bild ist trotzdem hilfreich.
  2. Welches Zeichen auch immer du auswählst, bleibe längere Zeit dabei und mache es regelmäßig. Habe vertrauen!
  3. Führe auch für andere wichtige Alltagsgegenstände eine Gebärde oder ein Bild ein, um deinem Kind die Kommunikation seiner Wünsche zu erleichtern.

Selbst Bescheid geben

Deinem Kind hilft es sehr, wenn du ihm bei jedem Töpfchenbesuch und bei jeder nassen Hose zeigst, wie es dir schnell und einfach Bescheid geben kann.

Der zweite wichtige Punkt ist, dass du deinem Kind hilfst, das mit dem Töpfchen selbst zu tun. Wenn es nämlich “mit Kleidung gewickelt” wird, dann würde das Bescheid geben und das selbst machen unnötige Energie kosten.

Wie du die Autonomie deines Kindes fördern und es aktiv und liebevoll beim Trockenwerden unterstützen kannst, erfährst du im Montessori-Windelfrei-Trockenwerden-Kurs. Ja, auch wenn du arbeiten gehst. Aber auch wenn du zuhause bist. Ja, auch wenn dein Kind das Töpfchen gerade nicht mag. Oder wenn ihr schon sehr lange Teilzeit-Windelfrei macht. Alles ist möglich!

Der Kurs besteht aus 3 x 1,5 Stunden Videomaterial + Checklisten + Tabellen + Zusatzmaterialien. Hier klicken, um mehr über den Kurs zu erfahren.

Meine Fragen an dich, schreibe einen Kommentar!

❓ Welche Laute, Wörter, Gebärden, Bilder oder andere Zeichen hast du deinem Kind im Laufe der Zeit gezeigt?

❓ Welche Signallaute, Wörter, Gebärden oder Bilder hat dir dein Kind gezeigt und in welchem Alter?

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