Dein Kind ans Töpfchen gewöhnen: fröhliche, motivierende Toilettenangebote

Was steht denn da auf dem Boden? Ein Hut? Ein Suppentopf? Oder eine Badewanne fürs Lieblingskuscheltier?

Auch wenn dein Baby oder Kleinkinder auf den ersten Blick nichts mit der runden Plastikschüssel namens „Töpfchen“ anzufangen weiß: Mit einer geduldigen Herangehensweise wird es seine Funktion kennen- und schätzen lernen, so wie das beim Tragetuch, der Babytrage, beim Kinderwagen, Fahrradanhänger oder Hochstuhl auch schon funktioniert hat.

Das Töpfchen ist dabei nicht der natürliche Feind der Windel. Denn die Kombination aus Windeln und Töpfchen hat nicht nur viele gesundheitliche Vorteile, sondern unterstützt auch das Autonomiebedürfnis deines Kindes, was einem Wickelstreik entgegenwirken kann. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du beide kombinieren kannst, findest du hier.

Babyschritte in Richtung Töpfchen

Wie gewöhnst du dein Kind langsam und geduldig ans Töpfchen, damit es bald schon so gerne darauf sitzt wie auf dem liebsten Hochstuhl? So kannst du vorgehen:

  1. Wähle für die ersten Töpfchenangebote eine Tageszeit aus, zu der dein Kind besonders fröhlich und offen für Neues ist.
  2. Biete das Töpfchen täglich ein oder zwei Mal an.
  3. Erwarte nicht zu viel: Das Ziel besteht anfangs nur darin, dass dein Kind das Töpfchen kennenlernt und akzeptiert. Es muss nichts im Töpfchen landen.
  4. Sobald dein Kind nach einigen Monaten gerne für wenige Minuten auf dem Töpfchen sitzt, kannst du eine dieser zwei Varianten ausprobieren, um mit Teilzeit-Windelfrei weiterzumachen:
    • Du kannst eine oder zwei Standardsituationen in euren Tagesablauf einbauen. Nach und nach können weitere sinnvolle Töpfchenangebote hinzugefügt werden.
    • Du kannst dein Kind windelfrei beobachten, damit du den Rhythmus und die Signale deines Kindes besser kennenlernst. Um die Verbindung des Harndrangs zum Töpfchen zu stärken, kannst du dein Kind aufs Töpfchen heben und dein Schlüsselsignal sagen. Auch wenn nur ein paar Tropfen im Töpfchen landen, hat das oft einen großen Lerneffekt, sofern ihr beide mit Spaß bei der Sache seid.

Hintergrundwissen über Teilzeit-Windelfrei

(unten geht es weiter mit dem Blogartikel)​

Positive Stimmung statt Druck und Zwang auf dem Töpfchen

Ob beim Essen, beim Schlafen oder auch beim Töpfchenbesuch: Zwang und harsche Worte können nicht nur das Recht der Kinder auf eine gewaltfreie Erziehung verletzen, sie führen auch nur selten zum Erfolg.

Viel besser entspannen und lernen Kinder, wenn sie nicht unter Druck stehen, wenn eine positive Stimmung herrscht und sie von ihren Bezugspersonen bestärkt werden. Das Töpfchen soll Spaß machen! Wie das am besten gelingt, hängt vom Einzelfall ab. Zuwendung, liebevolle Wort oder das Lieblingsspielzeug deines Kindes sind aber immer eine gute Idee!

Beobachte einfach euren Alltag: Welche Dinge zum Anfassen liebt dein Kind? Welche Aktivitäten liebt dein Kind? Rein damit ins Badezimmer, hoch zur Toilette! So werden Badezimmer und Toilette schnell zum Lieblingsplatz deines Kindes.

Erst wenn dein Kind täglich gerne Töpfchen und Toilette benutzt, lohnen sich Gedanken darüber, wie das kleine und große Geschäft darin landen können. Lies hier mehr über Windelfrei-Standardsituationen.

Bequemer und einladender Töpfchenbereich

Der erste Schritt für mehr Spaß beim Toilettengang ist eine kinderfreundliche und einladende Gestaltung dieses Ortes.

Beispiele:

  • Kaufe ein bequemes Töpfchen, das dein Kind selbstständig leeren kann.
  • Auch einen Toilettensitzverkleinerer benutzen einige Kinder sehr gerne. Ein besonders flexibles Exemplar, das in vielen verschiedenen Situationen unterwegs und zuhause genutzt werden kann, gibt es hier.
  • Für die kleinen Innentöpfchen gibt es weiche Überzüge aus Baumwolle.
  • Wenn du das Töpfchen an die Heizung stellst, hat dein Kind es besonders warm. Achte aber darauf, dass es sich nicht verbrennen kann.
  • Vielen Kindern macht es großen Spaß, Wandtatoos* rund um Töpfchen und Toilette anzubringen.
  • Ein kleiner Badvorleger* vor dem Töpfchen hilft, dass dein Kind auch bei längeren Sitzungen keine kalten Füße bekommt.
  • Neben Töpfchen und Toilette sorgt ein Bücherkörbchen für gute Unterhaltung. Ein Körbchen mit Windeln oder Wechselkleidung und eine Schachtel mit ein paar Blättern Toilettenpapier garantiert, dass beim Töpfchenbesuch kein Stress aufkommt.
  • Durch auf den Toilettendeckel geklebte selbstklebende Spiegelfolie* kann sich dein Kind selbst anschauen, wenn es andersherum auf der Toilette sitzt. Auch eine Spiegelfliese* neben dem Töpfchenbereich sorgt für ein spaßiges Aha-Erlebnis.

Welche kleinen Kniffe ihr auch ausprobiert: Damit dein Kind sich wohlfühlt auf Toilette oder Töpfchen, muss auch die richtige Abhalteposition gefunden werden. Diese sollte zum einen deinem Kind die Unterstützung geben, die es benötigt, und zum anderen seine Selbstständigkeit so weit wie möglich fördern. Je nach Alter und Größe deines Babys lohnt es sich deshalb, verschiedene zu testen.

Beispiel für eine gelungene Wohlfühl-Toilette: Joana hat eine große Fußablage gebaut, mit der ihr Kind (21 Monate) gemütlich auf der Toilette sitzen und selbst die Balance finden kann. Andere hohe Hocker sind natürlich genauso praktisch. Hauptsache, dein Kind nimmt eine bequeme Haltung ein.

Autonomiebedürfnis bei der Töpfchen-Wickelzeit unterstützen

Die meisten Kinder lieben es, alltägliche Dinge zu tun, die auch die „Großen“ machen. Sie haben viel Freude daran, selbst aktiv zu werden. Andere Kinder hängen sehr an ihren Gewohnheiten und lehnen Veränderungen eher ab. Gleichzeitig bekommen aber auch sie einen großen Motivationsschub, wenn man sie dazu inspiriert viele Dinge selbst zu tun.

Zeige deinem Kind deswegen ganz bewusst, wie es für sich selbst sorgen kann. Nach und nach kannst du deine Unterstützung immer weiter zurücknehmen. Für dich als erwachsene Person sind die Handlungen, die du deinem Kind zutraust, zeigst und beibringst vielleicht Kleinigkeiten. Für dein Kind aber bedeutet das Gefühl, die eigene Umwelt verändern zu können, eine ganze Menge.

Beispiele:

  • selbstständig Deckel auf- und zuklappen
  • selbstständig Windel öffnen/ausziehen
  • selbstständig Töpfchen ausschütten
  • selbstständig spülen
  • aus dem Zimmer gehen und dein Kind in Ruhe „machen lassen“
  • selbstständig an- und ausziehen

Tipps, wie eine kinderfreundliche Töpfchen-Wickelzeit aussehen kannst, findest du in diesem Blogbeitrag.

Vorbild für dein Kind sein

Wie lernen Kinder? Neben eigenen Experimenten und vielen, vielen Wiederholungen lernen Kinder vor allem durch eines: durch Vorbilder. Andere – und besonders Bezugspersonen – zu imitieren ist ein wichtiger Bestandteil der meisten Lernprozesse. Versuche deswegen bewusst Situationen herbeizuführen, in denen dein Kind eure Handlungen wahrnimmt und nachahmen kann:

  • Gehe selbst auf die Toilette und lasse die Badtür offen.
  • Benutze selbst die Toilette, während dein Kind auf dem Töpfchen sitzt.
  • Ermögliche deinem Kind auf das Töpfchen zu gehen, wenn sein Bruder oder seine Schwester auf der Toilette sitzt, oder andersherum.
  • Schaut euch Bücher an, in denen Kinder Töpfchen und Toilette erfolgreich benutzen.
  • Lade Kinder von Freunden und Bekannten zu euch nach Hause ein, die gerne zeigen, wie Töpfchen und Toilette funktionieren, wenn ihre Eltern damit einverstanden sind.
  • Bitte eure Erzieherin dein Kind mitzunehmen, wenn ein älteres Kind auf die Toilette geht. Hier findest du Tipps, wie du eure Kita überzeugen kannst, Teilzeit-Windelfrei in den Alltag einzubauen.

Spaßige Töpfchen-Aktivitäten

Still sitzen und warten – das ist sicher nicht die Lieblingsbeschäftigung von Kleinkindern. Herrscht dann noch Erwartungsdruck und eine angespannte Stimmung, wird jeder Töpfchenbesuch zum Horror! Stattdessen solltest du bei der Töpfchen- oder Toilettenzeit positive Gefühle wecken, z. B. durch kleine Aktivitäten.

Spaßzentrum Töpfchen: Durch kleine Spiele werden Töpfchen und Toilette zum spannendsten Ort in der ganzen Wohnung und treten in direkte Konkurrenz zu Wohnzimmerteppich und -Sofa. Warum also nicht mal das Lieblingsbuch oder den Stammplatz der Bausteine aus dem Wohnzimmer Richtung Töpfchen verlagern?

Zu zweit macht alles mehr Spaß: Du solltest nicht erwarten, dass dein Kind allein auf dem Töpfchen sitzt und sich selbst beschäftigt. Das kommt irgendwann von selbst, wenn der Toilettengang zum normalen Alltag geworden ist und dein Kind sich nicht mehr vorstellen kann, sein kleines und großes Geschäft je in einer Windel erledigt zu haben. Am Anfang aber müssen sich Toilette und Töpfchen noch lohnen. Und das tun sie durch deine Aufmerksamkeit, Zuwendung und die schönen Dinge, die es dort zu tun gibt.

Dein Kind steht im Mittelpunkt: Wie du die Zeit auf dem Töpfchen auch gestaltest: Bedenke, dass es bei den Aktivitäten nicht darum geht, was dir Spaß macht, sondern was deinem Kind gefällt.

Angenehme Empfindungen:

  • kitzeln
  • streicheln
  • massieren
  • lächeln
  • Fingerspiele

Musik:

  • Lieder singen
  • Musik oder Geräusche (Wasser, Wald, Wellen) am Musikplayer oder über Spotify oder Amazon Music

Geschichten:

  • besondere Bücher, die nur im Badezimmer liegen
  • Bücher vorlesen
  • Geschichten erzählen
  • kurzes Hörbuch hören

Kreativität:

  • besonderes Spielzeug im Badezimmer lagern
  • Spiel-Schleim für die Benutzung auf dem Töpfchen
  • eine bestimmte Menge Klopapier zum Zerreißen und Matschen geben
  • Toilettendeckel mit abwaschbaren Stiften bemalen lassen, wenn dein Kind andersherum auf der Toilette sitzt

Entdeckerflaschen selbst basteln:

Spaß mit dem kleinen Geschäft:

Badezusätze können in kleinen Mengen in das Töpfchen gegeben werden. Sobald das kleine Geschäft darauf landet, offenbaren sie ihren Zauber:

So können die spaßigen Töpfchen-Aktivitäten in den Alltag eingebaut werden:

  • Dein Kind holt ein Buch aus dem Schrank und möchte, dass du ihm vorliest? Ab ins Badezimmer! 😊
  • Dein Kind fragt nach Schleim zum Spielen? Ab ins Badezimmer! 😊
  • Dein Kind braucht eine Extraportion Aufmerksamkeit? Ab ins Badezimmer, um zu kitzeln, streicheln und Fingerspiele zu machen! 😊
  • Dein Kind darf sowieso ab und an dein Handy in die Hand nehmen? Ab ins Badezimmer! 😊

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Dein Kind möchte sich nicht aufs Töpfchen setzen?

Wenn dein Kind sich nicht auf das Töpfchen oder die Toilette setzen möchte, dann ist diese Aufgabe noch zu groß. Das ist nicht weiter schlimm. Überprüfe, an welchem Punkt es hakt, und wähle ein kleinschrittigeres Vorgehen:

  • Badezimmer: Im Badezimmer hören sich Geräusche anders an als im Rest der Wohnung und es riecht anders. Einige Kinder finden das unangenehm. Gewöhne dein Kind mit positiven Töpfchen-Aktivitäten an das Badezimmer, ohne das Töpfchen mit einzubeziehen. Natürlich kannst du das Töpfchen auch in einen anderen Raum stellen.
  • Sehen und Anfassen: Dein Kind ist skeptisch gegenüber dem Töpfchen und möchte nicht in seine Nähe kommen? Manchmal wird es das Töpfchen wahrscheinlich trotzdem aus Versehen oder mit Absicht anschauen oder anfassen. Freue dich („Yay!“) und biete eine der spaßigen Töpfchen-Aktivitäten direkt neben dem Töpfchen an.
  • Hinsetzen: Wenn dein Kind kein Problem mehr hat, das Töpfchen zu sehen und zu berühren, kannst du es als normalen Sitz anbieten, auf dem dein Kind mit Kleidung Platz nehmen kann. Überprüfe, ob euer Töpfchen bequem genug ist. Sobald dein Kind sitzt, kannst du ihm besonders spannende Töpfchen-Aktivitäten anbieten.
  • Kleidung ausziehen: Manche Kinder sind unten nicht gerne nackt und das Gefühl, ohne Windel zu sein, ängstigt sie. Hilf deinem Kind seine Kleidung an- und auszuziehen. Lasse dein Kind jeden Tag ein paar Minuten ohne Hose herumspringen und nach einigen Wochen auch ohne Windel. Die Zeit vor und nach dem Baden beispielsweise kann sehr gut ausgedehnt werden. Auch die Zeit nach dem Windelwechsel kann genutzt werden, um das Leben ohne Windel kennenzulernen. Lenke dein Kind außerdem mit lustigen Töpfchen-Aktivitäten in der Nähe des Töpfchens ab.
  • Unten ohne aufs Töpfchen: Sobald dein Kind sich gerne aufs Töpfchen setzt und auch kein Problem damit hat, einige Minuten lang nackt zu sein, kannst du beides kombinieren. Nun kann dein Kind sich ohne Kleidung aufs Töpfchen setzen. Danach bietest du natürlich spannende Töpfchen-Aktivitäten an.

Sobald es für dein Kind normal ist, ein oder zwei Mal am Tag für einige Minuten auf dem Töpfchen zu sitzen, kannst du weitere Standardsituationen in euren Tagesablauf einbauen oder dein Kind windelfrei beobachten.

Vorteile sanfter Töpfchenangebote

Es lohnt sich aus vielen Gründen, dein Kind sanft ans Töpfchen zu gewöhnen. Zum einen lernst du damit den Ausscheidungsrhythmus deines Kindes kennen. Kennt und akzeptiert dein Kind das Töpfchen, wird aus der seltsamen Plastikschüssel zum anderen ein normaler Alltagsgegenstand – so wie die Babytrage, der Hochstuhl, der Autositz, der Kinderwagen oder der Fahrradanhänger. Auch wenn bei den anfänglichen Töpfchenangeboten noch nichts darin landet, bildet dieses Kennenlernen die Grundlage, um es später auch selbstständig zu nutzen.

Einer der wichtigsten Gründe, um früh mit dem Anbieten des Töpfchens zu beginnen, besteht aber darin, dass eine aktive, geduldige und gleichzeitig liebevolle Sauberkeitserziehung gesundheitliche Vorteile mit sich bringt. Welche das genau sind, kannst du hier nachlesen.

Schließlich ist das Töpfchen auch dann besonders hilfreich, wenn dein Kind die Windeln satthat und droht, in den Wickelstreik zu treten. Mithilfe des Töpfchens kannst du ihm eine echte, fröhliche Alternative bieten.

Viel Spaß bei der Töpfchen- und Toilettenzeit! Und denk daran: Es ist nicht wichtig, dass etwas im Töpfchen landet!

Teilzeit-Windelfrei für Spätstarter im Laufalter

2 Kommentare zu „Dein Kind ans Töpfchen gewöhnen: fröhliche, motivierende Toilettenangebote“

  1. Hallo Julia, vielen Dank für die vielen Informationen und Anregungen.
    Wir haben unser Baby (jetzt 9 Monate alt) abgehalten seit er ein paar Wochen alt war und das hat super funktioniert. Von 3-7 Monaten ist kaum ein großes Geschäft in der Windel gelandet und auch auf seinem Töpfchen saß er und wir haben viel Quatsch vor dem Spiegel im Bad gemacht.
    Seit bald zwei Monaten (seit er sicher steht) will er weder auf’s Töpfchen, noch abgehalten werden und macht immer ein Riesen Theater wenn man ihm eine Windel anziehen möchte. Kleidung ist kein Problem, sondern explizit die Windel.
    Singen, scherzen, Spielzeug und dergleichen hilft nicht und er versucht sich auch die Windel wieder auszuziehen… ob das eine Überhose verschiedener Marken, aio oder Pampers pants sind in die er reinsteigen kann…
    Das Abhalten und Töpfchen lassen wir idR wenn er sich wehrt, aber eine Windel muss dennoch ab und zu sein, da er spätestens alle halbe Stunde in die Wohnung pieselt…
    Hast du da Tipps für uns? Liebevoll und lustig geht eben nicht, da man ihn leider irgendwie festhalten muss, um die Windeln anzukriegen…
    Danke und viele Grüße
    Stephanie

    1. Hallo Stephanie,

      ja, Windelstreiks können Familien ganz schön mitnehmen. Ihr seid nicht alleine!

      Festhalten und körperliche Überlegenheit anwenden sind aber natürlich keine tollen Lösungen. Ich kann es verstehen, aber wenn es brutal aussieht, dann ist es das meistens leider auch für das Kind.

      Das mit dem Nicht-Gewickelt-werden-Wollen KANN aber leider noch schlimmer werden mit der Zeit. Es tritt in manchen Fällen keine Gewöhnung ein.

      Gefällt ihm das Rumalbern? Oder gibt es Dinge, Sachen, Essen, Aktivitäten, die er noch viel toller findet? Also im ersten ist es wirklich herauszufinden, wie das Kind tickt und was es mega toll findet. Und dann gilt es die nicht gemochte Aktivität und das tolle, angenehme Zeug miteinander zu verbinden. Die schönen Gefühle färben dann nämlich ab. Irgendwann sind bei der blöden Aktivität so viel tolle Gefühle “gespeichert” und sie ist so normal und gewohnt, dass man auch nichts besonderes mehr braucht als nette Eltern/Erzieher. 😉

      Wie steht es mit Essen? Das geht direkt in die richtigen Gehirnzentren. 😉 Mag er Heidelbeeren oder vielleicht getrocknete Bananen? Viele Kinder lieben auch Quetschis (immer ein bisschen, nicht gleich das ganze).

      Du musst aber aufpassen, dass du es nicht VORHER (Bestechung) gibst. Und du auch nicht zu viel darüber REDEN, was es DANACH gibt (Belohnung). Sondern es wirklich als positive Verstärkung nach jedem kleinen Schritt geben, der gut läuft. O:-)

      Also Babyschritte wären zum Beispiel:
      – am Zimmer, wo der Wickeltisch/platz/Töpfchen ist, vorbei laufen –> Freude + YAY! + Heidelbeere
      – am Wickeltisch/platz/Töpfchen vorbei laufen –> Freude + YAY! + Heidelbeere
      – auf dem Wickeltisch/platz/Töpfchen sein –> Freude + YAY! + Heidelbeere
      – Hose ausziehen lassen –> Freude + YAY! + Heidelbeere + Spielzeug
      – Windel ausziehen lassen –> Freude + YAY! + Heidelbeere + Fingerspiel + Spielzeug
      – auf dem Töpfchen sitzen –> Freude + YAY! + Heidelbeere + neues, tolleres Spielzeug
      und so weiter und sofort, bis ihr die neue Windel und die Kleidung wieder anhabt.

      Und: Gerne auch mit den herumliegenden Windeln kuscheln und sie auf dem Kopf setzen (euch Erwachsenen!). Kind sieht: Es geht keine Gefahr davon aus und sie sind lustig!

      Ja, da muss man sich am Anfang bisschen Gedanken machen:

      – Was will ich wirklich?
      – Welche kleinen Babyschritte führen zum Ziel?
      – Wie versteht mich mein Kind?
      – Was gefällt meinem Kind wirklich? (Vielleicht hasst es Heidelbeeren und dein freudiges Yay?)

      Aber das schöne ist, dass es dann auch beim Kind klick macht. So nach dem Motto: “ACHSO Mama, das willst du. ENDLICH redest du kein Chinesisch mehr. Na klar, kein Problem. Hier. Schön! Alles gut jetzt?”
      Und dann habt ihr eine Kommunikation, die auch dein Kind versteht. So richtig. Mit dem ganzen Herzen.

      Liebe Grüße
      Julia

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