Das Geheimnis des Trocken werdens unter 3 Jahren – Endlich Windelfrei!

Trocken werden Töpfchentraining

Nachdem eine Mama diesen Erfahrungsbericht über Töpfchentraining eines 22 Monate alten Jungen gelesen hatte, schrieb sie auf Facebook:

Na ob das Töpfchentraining wirklich immer so einfach läuft? Ich habe meine Tochter auch schon mal ein, zwei Tage ohne Windel laufen lassen (etwa dasselbe Alter) – alles landete auf dem Fußboden und wenn ich sie mit dem Töpfchen anfreunden wollte, war sie eher semi-begeistert. Und ich finde auch nicht, dass es falsch ist, den Kindern die Zeit zu lassen – wir mussten auch nicht abstillen – damit hat sie von ganz alleine aufgehört.

Oder andere schreiben:

Trocken werden und Windelfrei schön und gut. Ich habe schon ein paar Mal probiert mit meinem Kind aufs Klo zu gehen, aber er hasst sowohl das große Klo als auch das Töpfchen. Er macht lieber in seine Windel.

Ein paar Gedanken dazu und das Geheimnis, wie auch dein Kind unter drei Jahren ohne Windel leben kann:

Sind Windeln immer respektvoll?

Viele Kinder zeigen schon lange und deutlich, dass sie keine Windeln mögen: Sobald sie sich drehen und krabbeln können, wollen sie sich vom Wickeltisch winden. Wenn sie eine Windel aber keinen Body und keine Hose anhaben, dann versuchen sie sich die Windel herunterzureißen.  Wenn sie die Möglichkeit haben  nackig zu sein, dann rennen sie weg, sobald eine neue Windel an den Po soll. Lange bevor sie reden können!

Doch viele Eltern denken:

  • Windeln müssen nun mal sein. Alle Babys und Kleinkinder tragen Windeln. Was muss, das muss.
  • Mein Kind ist ja noch viel zu jung um ohne Windel zu sein! Kinder können erst ab 3 Jahren trocken sein.
  • Was hat mein Kind nur? Wieso sträubt es sich so? Will es mich ärgern?

Die Windeln viele Jahre am Kind zu lassen und abzuwarten muss nicht schlimm sein. Ich bin nicht der Meinung, dass Windeln generell schlecht oder verachtenswert sind. Sie sind ein wertvolles Hilfsmittel in unserer stressigen Zeit, solange Baby noch häufig Pipi-AA machen und die Eltern Erfahrungen sammeln mussen.

Auf der anderen Seite können

  • häufige Windeldermatitis,
  • regelmäßige Verstopfungen,
  • ein heißer Popo im Sommer,
  • das Missachten von non-verbalen Signalen, dass das Kind keine Windeln mehr möchte,
  • abfällige Bemerkungen über “Stinker” und schlechte Gerüche in der Windel,
  • das Vorlesen von Töpfchen-Geschichten mit dem pädagogischen Ziel, dass das Kind “von alleine” (so ein Widerspruch!) erkennt, dass es keine Windel mehr möchte,
  • das ständige Fragen, ob das Kind nicht doch mal aufs Klo möchte, obwohl es ja eigentlich eine Windel trägt,
  • oder der Druck im Kindergarten durch die anderen Kinder

sich auch respektlos und unangenehm für das Kind anfühlen. Viele dieser Punkte, manchmal sogar alle, sind Realität in deutschen Kinderzimmern!

🙁

Die Kinder haben bei einem respektvollem und liebevollem Töpfchentraining alle Zeit der Welt – nachdem eben keine Windel mehr am Po ist.

Warum üben, üben, üben mit Windel am Po scheiẞe ist und nicht funktioniert

Um das klar zu stellen: Auch ich finde mühevolles Üben und kinderunfreundliche Sauberkeitserziehung doof! Es gibt gewisse Sachen, die ein Kind stressen, die nur mit viel Mühe funktionieren oder die wegen anderer Aspekte respektlos sind:

  1. Dein Kind nach regelmäßigen Zeiten aufs Klo setzen, obwohl du gar nicht weißt, wann und ob dein Kind wirklich muss und obwohl es den Rest des Tages eine Windel trägt.
  2. Dein Kind ständig fragen, ob es nicht mal aufs Klo möchte, obwohl es eine Windel am Po hat und keine Erfahrung mit dem aufs-Klo-geh-Prinzip hat.
  3. Das Kind mit Belohungen oder unter Androhung von Strafen aufs Töpfchen oder Klo zerren.
  4. Versuchen, dass das Kind sich schämt oder es in Verlegenheit bringen.

Gerade der erste Punkt ist ein kontroverser Punkt, denn bei Windelfrei, also dem Abhalten von Babys (zwischen Geburt bis 14/18 Monate) klappt es meist gut auf die innere oder äußere Uhr zu schauen. Neben den Signalen des Kindes und deiner Intuition achtest du bei Windelfrei im Babyalter nämlich auch auf Standardsituationen (nach dem Schlafen, nach dem Essen, nach einer Autofahrt) und den Rhythmus deines Kindes (Alle wie viele Minuten muss mein Kind Pipi-AA?). Was diese vier Punkte im Detail bedeuten, kannst du in diesem langen Artikel nachlesen. Und es ist gut!

Aber irgendwann musst du dann von den Back-Ups und Windeln loskommen.

Der Unterschied zwischen Babys und Kleinkindern:

  • Babys sind noch nicht so sehr an ihre Windeln gewöhnt und nehmen Alternativen gerne an.
  • Babys halten noch nicht so lange an, machen ziemlich sicher nach dem Schlafen, nach dem Essen, nach einer Autofahrt und du kannst wirklich die Uhr danach stellen. 🙂

Kinder über 18 Monaten sind aber keine Babys mehr sondern Kleinkinder. Kleinkinder haben andere Regeln. Du kannst dein Kleinkind nicht wie ein Baby behandeln! Das ist respektlos und mies.

Kinder über 18 Monate finden es einfach total nervig und sinnlos aufs Klo zu gehen, wenn sie eine Windel tragen und deswegen solltest du die Windeln weglassen. Außerdem kennen sie nur ihre Windeln und haben keine Erfahrung mit dem Töpfchen oder dem Klo (Wissen aus Büchern oder Abschauen zählt nicht). Kleinkinder sind Gewohnheitstiere. Das, was sie kennen, fühlt sich in Ordnung und gut an.

Sobald die Windel aber tagsüber komplett weg ist und dein Kind sich an dieses freie schöne Gefühl gewöhnen konnte, ist es auf einmal in Ordnung ohne Windel zu sein. Und es macht auf einmal auch viel mehr Sinn aufs Klo oder Töpfchen zu gehen und sich nicht selbst anzupieseln. Ist doch eigentlich klar, oder? 😉

(Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn dein Kind wirklich eine heftige Abneigung gegen Töpfchen hat, vielleicht weil du es schon zu oft vorher “probieren” wolltest, dann kannst du getrost die ganze erste Woche einen Becher drunter halten, wenn dein Kind lospieselt. Hauptsache es landet in einem Gefäß und nicht auf dem Boden. Danach könnt ihr dann aufs normale Töpfchen oder das große Klo umsteigen. Falls dein Kind älter als 30 Monate alt ist, kannst du auch einfach die Windel weglassen und den Rest von deinem Kind alleine herausfinden lassen.)

Deswegen:

  • Höre auf, dein Kind nach regelmäßigen Zeiten aufs Klo zu setzen, wenn du seinen Rhythmus und sein Timing gar nicht genau kennst und obwohl es den ganzen Tag eine Windel trägt. (Wenn du den Rhythmus kennst und es dein Kind nicht stört, dann mache weiter 🙂 )
  • Frage dein Kind nicht ständig, ob es nicht mal aufs Klo möchte, obwohl es eine Windel trägt.
  • Versuche dein Kind nicht mit Belohnungen oder unter Androhung von Strafen aufs Töpfchen oder aufs Klo zu bringen. Ja, anders als in der aktuellen Sauberkeitserziehung, die besagt, dass du sehr lange warten sollst und wenn du doch mit deinem Kind aufs Klo gehst, dann nur mit viel Lob und Belohnungen, kann ich dem nichts abgewinnen.
  • Rede nicht schlecht über seine Ausscheidungen, dass die Windel stinkt, dass Pipi und AA eklig sind oder ähnliches. Du erreichst damit genau das Gegenteil. Dein Kind schämt sich für seine Ausscheidungen und möchte noch viel weniger aufs Töpfchen oder Klo.

Und wenn dein Kind unter 18 Monate ist, dann bitte benutze seine Signale, seinen Rhythmus, die Uhr, Standardsituationen und deine Intuition um ihm helfen tagsüber uns vielleicht sogar nachts trocken zu bleiben. Damit Teppich und Sofa trocken bleiben, kannst du Teilzeit-Windelfrei machen und Stoffwindeln, Back-Ups und Trainer benutzen.

Und nach 18 Monate? Bei deinem Kind vielleicht sogar früher?

Lasst die Windeln weg!

Das Geheimnis des Trocken werdens ist: Kinder und ihre Eltern lernen am einfachsten und schnellsten ohne Windel klar zu kommen, wenn sie auch wirklich keine Windel tragen. Denn du gestaltest die Umwelt deines Kindes:

  • seine Umgebung,
  • seinen Tagesablauf,
  • welche Erfahrungen es sammeln kann,
  • was es isst und trinkt,
  • welchen Menschen es begegnen kann,
  • welches Spielzeug es benutzen kann,
  • was es tun kann,
  • was es sieht.

Dein Engagement ist ein Schlüsselelement beim Windeln weglassen und sauber werden (=trocken werden). Aber auf eine respektvolle, Kleinkind-gerechte Art und Weise.

Warum Pull-Ups und Trainer keine Alternative sind

Einige Mamas fragen mich, ob sie nicht auch Pull-Ups anziehen können oder ob sie waschbare Trainerhöschen aus Stoff kaufen sollen.

Was haltet ihr von Back-Ups als Zwischenschritt oder für unterwegs? Sie spüren die Nässe, sind aber nicht komplett durchnässt?

Dazu kann ich berichten, dass wir bevor wir die Windeln weggelassen haben, Stoffwindeln benutzt haben. Dort hatte unser Sohn die Möglichkeit die Nässe zu spüren. Theoretisch hätten wir ja dabei bleiben können.

Aber Windeln sind Windeln sind Windeln. Dass Pull-Up-Wegwerfwindeln ziemlich normale Wegwerfwindeln nur mit einem anderen Verschluss sind, sollte hoffentlich allen Eltern klar sein. Dicke Trainerhosen fühlen sich auch an wie Windeln, nur eben mit einem anderen Verschluss. Wenn Trainerhosen so viel saugen können wie Windeln, dann funktionieren sie auch wie Windeln. Windeln sind Windeln sind Windeln, auch wenn sie “nur” Back-Up oder Trainerhose genannt werden.

Dünne Trainerhosen, die wie Schlüpfer aussehen saugen auch nicht mehr als ein paar Tropfen. Trainer mit wenig Saugkraft und einer wasserdichten Schicht haben noch ein weiteres Problem: Hat das Kind eine große Panne, so wird nicht nur die Schlüpfer und die Hose nass, sondern auch das T-Shirt und der Pullover, weil sich das Pipi einen Weg über die wasserdichte Schicht am Bauch hinüber sucht. Am Ende hast du also sogar mehr zu waschen, als wenn du komplett auf Trainerhöschen verzichtet hättest.

Wie ich gerade schon erklärt habe, bringt dieses „Üben mit Windel am Po“, so wie es auch oft in der Windelfrei-Szene gemacht wird, ab ca. 12-18 Monate eher Probleme als dass es welche löst. Trainer fühlen sich eben ganz normal wie Windeln an – Für das Kind und auch für die Eltern.

Trainerhosen und Pull-Ups senden dem Kind viele verwirrende Signale – Mal ist es wichtig aufs Klo zu gehen, in anderen Situationen ist es den Eltern gar nicht wichtig oder wird sogar verhindert (z.B. im Auto). Die Eltern hätten zwar gerne, dass das Kind aufs Klo geht, aber bei Pannen passiert nichts, es bleibt ja alles trocken.

Wenn du mit Windeln (Pull-Ups) übst, also trotz Windeln regelmäßig mit deinem Kind aufs Klo gehst, kann es bis zu einem Jahr dauern, bis die Windeln trocken bleiben. Nach langem Üben mit Pull-Ups oder anderen Trainern musst du die Windeln ja doch irgendwann weglassen und ihr werdet trotzdem noch einige Pfützen haben. Also wieso dann überhaupt dieser Umweg?

Zwischenschritte („Erst Trainer, dann normale Wäsche“ oder „Erst nur abends, dann immer daheim, dann auch unterwegs“) sind eben Zwischenschritte, die du dir sparen kann. Wenn du mit deinem Kind einen großen Schritt macht, dann könnt ihr euch 5 kleine anstrengende sparen. Das ist am Ende für Eltern und Kinder einfacher, verständlicher und weniger frustrierend 🙂

Das gilt ab ca. 18 Monate, für einige Kinder auch schon eher. Wenn du vor 12 Monate mit Windelfrei und Abhalten anfängst, dann können Stoffwindeln für euch hilfreich sein.

Warum Eltern beim Trockenwerden zu schnell Perfektion erwarten

In keinem Bereich der Entwicklung des Kindes, wie zum Beispiel Laufen lernen, Trinken lernen, Essen lernen oder Laufrad fahren lernen, verlangt man vom ersten Tag an absolute Perfektion im Sinne von „Mein Kind war von einem Tag auf den anderen Trocken und hatte nie einen Unfall.“ Es ist schön, dass es bei einigen Familien so einfach geht, aber das muss nicht die Norm sein.

Hast du schon einmal einen der folgenden Sätze gehört?

  • „Ich habe mein Kind immer getragen, manchmal saß es in der Babyschale. Mein Kind ist 13 Monate alt und ich dachte, es wäre bereit zu laufen und ich habe es auf den Boden gestellt. Jetzt am zweiten Tag fällt es immer noch um. Ich glaube es ist noch nicht bereit fürs Laufen.”
  • „Mein Kind hat immer nur aus der Brust und der Flasche getrunken. Jetzt ist es 18 Monate alt und ich habe gedacht, dass es bereit ist aus einem Becher zu trinken und habe ihm einen Becher gegeben, aber das Wasser ist auch am zweiten Tag noch auf dem Boden gelandet. Ich glaube es ist noch nicht bereit.”
  • “Mein 5-jähriges Kind ist bis jetzt gelaufen, aber ich glaube, jetzt ist es bereit fürs Fahrrad. Ich habe es aufs Fahrrad gesetzt aber sogar am zweiten Tag fällt es noch um. Ich glaube es ist noch nicht bereit.”

Das würde ziemlich absurd klingen und du würdest eine Mutter, die so etwas erzählt einen Vogel zeigen, oder?

Natürlich muss ein Kind Erfahrungen sammeln.

Natürlich muss ein Kind robben, krabbeln oder sich rumschieben, sich lange an Tischen und Schränken festhalten, erst nach ein paar Wochen wird es ein paar Sekunden alleine stehen und erst nach weiteren Wochen wird es seinen ersten Schritt wagen. Du kannst ein Baby nicht 24/7 tragen oder in der Babyschale lassen und dann erwarten, dass es innerhalb von zwei Tagen läuft.

Vielleicht müssen die Eltern am Anfang den Becher gemeinsam mit dem Kind halten, vielleicht wird das Kind die ersten Male ein bisschen nass, wenn es alleine trinkt, aber bald wird es gut funktionieren.

Auch Fahrradfahren klappt nicht von einem Tag auf dem anderen: Du lässt dein Kind mit einem Laufrad lernen die Balance zu halten, mit dem Traktor oder Dreirad übt er in die Pedalen zu treten. Und bei den ersten Malen Fahrradfahren wirst du dein Kind sicher noch ein bisschen festhalten und anschieben.

Und selbst wenn dein Kind schon Fahrrad fahren kann. Was ist wenn es mal umkippt? Denkst du dann: “Oh, vielleicht ist es zu früh, vielleicht ist mein Kind doch noch nicht bereit. Vielleicht sollte ich ihm das Fahrrad wegnehmen und lieber das Dreirad geben?”

Oder andersherum betrachtest: Hast du soetwas schon gehört?

  • „Unser Kind wurde bis jetzt getragen oder saß in der Babyschale. Dann haben wir es herausgeholt, haben es auf den Boden gestellt, es ist losgelaufen und nie hingefallen“
  • „Unser Kind hat immer nur aus der Brust und der Flasche getrunken. Dann haben wir gemerkt, dass es bereit ist, haben unserem Kind ein Glas in die Hand gegeben, es hat sofort alleine daraus getrunken und hat nie etwas verschüttet.“
  • „Unser Kind war bis jetzt im Kinderwagen oder ist gelaufen. Dann haben wir gemerkt, dass es bereit ist, haben es auf ein Fahrrad ohne Stützräder gesetzt, es ist losgefahren und nie hingefallen.“

Geschichten wie „Wir haben die Windeln weggelassen, es hat sofort geklappt und es gab nie einen Unfall.“ kannst du allerdings oft hören. Ich möchte den Eltern keine Lügen unterstellen, möchte aber auf zwei Punkte hinweisen:

  • Es ist die gesellschwaftliche Erwartung, so etwas ähnliches zu sagen, gerade zu Fremden. Eltern, die du schon länger kennst und wo du das Gefühl hast, dass ihr euch alles sagen könnt, erzählen eitaus seltener solche Sachen.
  • Eltern vergessen schnell, was in den ersten drei, vier oder fünf Tagen nach dem Weglassen der Windeln passiert ist. Die Details verschwimmen, ähnlich wie die Schmerzen der Geburt.

Es ist okay Fehler zu machen. Aus Fehlern könnt ihr lernen. Pfützen bedeuten nicht, dass dein Kind noch nicht bereit ist.

Töpfchentraining funktioniert nicht? Warum ein halbherziger Versuch wirklich nichts bringt

Zum Thema “Wir haben es auch mal ausprobiert.” gibt es ein gutes Zitat aus Star Wars: “Do. Or not Do. There is no try.”

Das soll bedeuten: Wenn du weißt, das dein Kinder fähig ist gemeinsam mit dir aufs Klo zu gehen, dann solltest du die Windeln tagsüber ganz weglassen. Wenn du denkst, dass es eh nicht möglich und totaler Quatsch ist, dann bringt auch der kurze, halb-herzige Versuch nichts.

Wenn du die Windeln weglassen möchtest, dann solltest du es wirklich wollen und dahinter stehen.

Wenn du unsicher bist, wird dein Kind unsicher sein.

Wenn du Zweifel hast, wird dein Kind Zweifel haben.

Wenn du denkst, dass dein Kind noch nicht bereit ist, dann wird dein Kind denken, dass es noch nicht bereit ist.

Wenn du es wischi-waschi machst, dann wird ein Kind wischi-waschi handeln.

Aber natürlich solltest du die Windeln nicht auf die verkrampfte Ich-bin-hier-die-totalitäre-Herrscherin Art weglassen, sondern mit der Einstellung “Ich bin immer dann am besten, wenn’s mir eigentlich egal ist” 😀

Ich wusste stets, was ich will – doch das wollen viele
Trotzdem setzte ich mich zwischen alle Stühle
Und machte es mir bequem – bis hierhin kein Problem
Ich strengte mich an – gehörte doch nie zu denen
Und schwelgte doch nur in unerreichbaren Plänen
Und am Ende war der Lohn Frustration

Ich dachte, ich könnte es erzwingen
Der Selbstbetrug tat mir nichts bringen, denn …

Du bist immer dann am besten, wenns dir eigentlich egal ist
Du bist immer dann am besten, wenn du einfach ganz normal bist
Du bist immer dann am besten – du musst das nicht mehr testen jedes Mal
Dein Spiegelbild ist anderen egal

Ich war nicht mehr ich selbst – es wurde gefährlich
Tat, was andre verlangten, war zu mir selbst nicht ehrlich
Wer Wahrheit simuliert, wird nur kurz akzeptiert
Ich machte es allen recht – alle sollten mich lieben
Sah nicht die Dämonen, die mich dazu trieben
War gefangen und nicht mehr frei und ich ging kaputt dabeiLied vom Scheitern – Die Ärzte

 

 

Fazit

Kinder wissen wie pinkeln funktioniert. Sie können pinkeln, auch ohne unsere Hilfe.

Das einzige was sie lernen müssen ist wo man pinkelt. Sie lernen, wie das mit dem Pipi-AA in unserer Kultur und Sozialisation so gemacht wird. 🙂

Schon in den ersten Tagen Perfektion zu erwarten ist ein bisschen übertrieben. Und trotzdem musst du nicht warten bis dein Kind 3 oder 4 Jahre alt ist, bis es ohne Windel leben kann.